Vergütung für spanische erneuerbare Energien-Anlagen für 2017 veröffentlicht

Autor: Christoph Himmelskamp

Leichte Erhöhungen in der spezifischen Vergütung für die spanischen EE-Bestandsanlagen am 17. Februar verabschiedet. Grund ist das niedrigere Marktniveau der Strompreise auf der Iberischen Halbinsel als ursprünglich von dem spanischen Industrieministerium geplant.

Durch den 2012 durchgeführten Paradigmenwechsel der spanischen Regierung erhalten spanische EE-Bestandsanlagen keinen Fit-in-Tarif nach produzierten kWh, sondern eine spezifische feste Vergütung, die sich nach typisierten Anfangsinvestitionen richtet, die sich wiederum über die vorgegebene Laufzeit der Anlage verzinsen soll. Die Rentabilität ist noch bis 2019 auf 7,5 % festgelegt. Beispielsweise erhielt eine 100 kW-PV-Anlage mit Inbetriebnahmejahr 2008 eine spezifische feste jährliche Vergütung von 56.869,90 €. Zusätzlich wurde der PV-Anlage eine Zuzahlung von 2,56C€/kWh gewährt und der reguläre Spotmarktpreis gezahlt. 

 Die Berechnung der spezifischen Vergütung im Jahr 2014 basierte auf einem Spotmarktpreis, welcher in den letzten drei Jahren nicht erreicht wurde. Entsprechend Artikel 16 des RD 413/2014 wurde nun die spezifische Vergütung angepasst. Die Beispielsanlage 100kW erhält nun für die Jahre 2017, 2018 und 2019 eine spezifische Vergütung von 56.971,60 €. Die geringfügige Erhöhung der spezifischen Vergütung von knapp einem Prozent wird begleitet von einer Reduzierung der Mindestproduktionsstunden, die eine EE-Erzeugeranlage im Jahr an Energie produzieren muss, um in den Genuss der spezifischen Vergütung zu gelangen. Bislang bedeutete dies für unsere Beispielsanlage mit 100 kW 577 Stunden im Jahr, was nun auf 568 reduziert wurde. Die Zuzahlung auf die Produktionskosten (wenn sie gewährt wurde) bleibt unverändert, ebenso die Vergütung des Marktpreises. 

Die nun erfolgte Anpassung wirft bereits Schatten auf die Anpassung, die für den 1. Januar 2020 ansteht. Dann wird die erste volle Produktionsperiode von 6 Jahren abgelaufen sein und alle Parameter werden auf den Prüfstand gestellt, vor allen Dingen die „vernünftige Rentabilität/Verzinsung“ der Investition, die derzeit bei 7,5 % liegt. Die „vernünftige Rentabilität/Verzinsung“ ist definiert als die Verzinsung der spanischen 10 Jahresanleihen in den 24 Monaten vor dem Ende der Produktionsperiode erhöht um einen Korrekturfaktor von 300 Basispunkten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Staatsanleihen entwickeln und ob die spanische Regierung eine mögliche Anpassung der Vergütung nach unten –wenn sich der Zinssatz der Staatsanleihen von heute bis 2019 nicht verändert- tatsächlich durchführt. Ebenso kann der Korrekturfaktor angepasst und so der negative Effekt der Staatsanleihen aufgehoben werden.