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Liliane Preusser

Diplom-Kauffrau
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Renata Kabas-Komorniczak

Steuerberaterin (Polen)
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Voraussetzung für eine effektive Tätigkeit von Unternehmen im Wirtschaftsverkehr ist ein – in allen Aspekten – sachgerechtes Finanzbuchhaltungsprogramm, welches als grundlegendes Informationsinstrument für sämtliche Abläufe bei einer Gesellschaft gilt. Im IT-Zeitalter ist ein leistungsfähiges Buchführungssystem für Geschäftsvorfälle von grundlegender Bedeutung sowohl für externe Abnehmer (Geschäftspartner, Investoren, Analytiker) als auch für interne Abnehmer (Eigentümer, Aktionäre, Geschäftsführer, Manager, verantwortliche Abteilungsleiter, Controller, Buchhalter, Steuerberater). Die Rechnungslegung und das Bilanzrecht spielen eine besondere Rolle bei der Gewährleistung der Rechtssicherheit der Gesellschaften. Die erfolgreiche Anwendung der Vorschriften ist untrennbar mit der Implementierung entsprechender bilanzrechtlicher Regelungen verbunden.

Rechnungslegungsnormen in Polen

Dem polnischen Bilanzrecht liegt das Rechnungslegungsgesetz vom 29.09.1994 zugrunde. Das Gesetz ist am 01.01.1995 in Kraft getreten und wurde seitdem vielmals novelliert; weiterhin unterliegt das Gesetz ständigen Änderungen, die auf die Anpassung an die sich ändernden internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS) zurückzuführen sind. Zusätzlich gelten sehr viele Verordnungen des Ministerrates und des Finanzministers bezüglich einzelner Rechnungslegungsgrundsätze sowie einige Durchführungsverordnungen zum Rechnungslegungsgesetz selbst.

Grundsätze der Buchführung

Das Gesetz legt die Grundsätze der Buchführung fest, welche die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegungssysteme und der internen Kontrollsysteme gewährleisten, darunter auch den korrekten Dokumentenumlauf und die Kontrolle der Buchungsbelege. Gemäß dem Gesetz sind die Handelsbücher in polnischer Sprache und in polnischer Währung zu führen.

Steuerbücher

Die Handelsbücher sollten als Grundlage für die Bemessung/Berechnung der Steuer gelten. Es ist sehr wichtig, dass die Gesellschaft, wenn sie zwischen den verschiedenen Möglichkeiten einer Erfassung und Bewertung einzelner Positionen für Bilanzzwecke eine Auswahl trifft, immer darauf achtet, dass sie mit den Steuervorschriften übereinstimmen bzw. –sollte dies nicht der Fall sein –parallele Erfassungen führt oder wenigstens die Möglichkeit hat, zwecks Ermittlung der Steuerbemessungsgrundlage in korrekter Höhe die Differenzen aufzuzeigen.

Ausschließlich zuverlässig und fehlerfrei geführte Steuerbücher können die dort enthaltenen Buchungen bezeugen. Ist die Ermittlung des Gewinns (Verlustes) aufgrund der Handelsbücher nicht möglich, so lässt der polnische Gesetzgeber die schätzungsweise Ermittlung des Gewinns/Verlustes zu.

Internationale Rechnungslegungsstandards

Die Welt von heute wächst zu einem globalen Dorf zusammen, deswegen unterliegt auch die polnische Politik im Bereich der Rechnungslegung der Internationalisierung, schafft die Möglichkeit einer Vergleichbarkeit und gewährleistet die Transparenz der Angaben zu finanziellen Analysen. In den meisten europäischen Ländern ist die Erstellung eines Konzernjahresabschlusses nach IAS oder US GAAP zulässig.

Gemäß Art. 10 Abs. 3 des Rechnungslegungsgesetzes gilt zusätzlich Folgendes: Auf Angelegenheiten, die von diesem Gesetz nicht geregelt werden, können die Einheiten bei der Annahme ihrer Rechnungslegungsgrundsätze (-politik) die nationalen Rechnungslegungsstandards anwenden, die von dem Komitee für die Rechnungslegungsstandards herausgegeben wurden. Beim Fehlen entsprechender nationaler Standards ist die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards möglich.

Integrierte Finanzbuchhaltung

Im Rechnungslegungsgesetz wird der technologische Fortschritt auf dem Gebiet der EDV-Systeme (EDV-gestützte Finanzbuchhaltungsprogramme) berücksichtigt. Werden die Handelsbücher EDV-gestützt geführt, so gelten die Sammlungen von Informationen über die Rechnungslegung, die in gesonderten Computerdatenbeständen, Datenbanken oder separaten Teilen davon erfasst wurden, als den Handelsbüchern gleich geordnet – unabhängig vom Ort ihrer Entstehung und Aufbewahrung.

Werden die Handelsbücher EDV-gestützt geführt, so ist sicherzustellen, dass die Buchungen kontinuierlich vorgenommen sowie die Umsätze und Salden übertragen werden. Bedingung dafür, dass die Sammlungen von Informationen über die Rechnungslegung aufbewahrt werden, ist, dass die Einheit ein Computerprogramm besitzt, das es ermöglicht, die in den Handelsbüchern vorgenommenen Buchungen durch Ausdruck oder Übertragung auf andere elektronische Datenträger lesbar zu machen. Bei Registrierung dieser Buchungen müssen folgende Bedingungen erfüllt werden:

  1. die Angaben müssen ständig lesbar sein und dem Inhalt des Buchungsbelegs entsprechen;
  2. die Datenquelle muss eruierbar sein;
  3. die Buchungssätze müssen identisch und vollständig sein;
  4. die Buchungsbelege müssen sorgfältig in der festgelegten Reihenfolge aufbewahrt werden;
  5. durch den Schutz der Daten ist deren Unveränderlichkeit zu gewährleisten.