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Seit Jahren schon gilt Polen als ein Land von großem Investitionspotenzial, das insbesondere für ausländische Investoren – sowohl private als auch Großunternehmen, attraktiv ist. Polen nimmt regelmäßig die Spitzenpositionen in Rankings der für Investitionen attraktivsten Standorte ein – und das nicht ohne Grund! Zu nennen seien an dieser Stelle seine dynamische Entwicklung, der Status der „grünen Insel” in Krisenzeiten, die günstige Lage inmitten Europas, die Flexibilität der hier tätigen Unternehmen, der große Markt mit hohem Anteil der Binnennachfrage, und nicht zuletzt kostengünstige Arbeitskräfte und hochqualifizierte Führungskräfte. Polen gibt sich damit nicht zufrieden und bietet eine Reihe zusätzlicher Vorteile in Form von Präferenzsteuersätzen und Begünstigungen für Unternehmen an. Die Zugehörigkeit zur Europäischen Union beseitigt Hindernisse und vereinheitlicht das Rechtssystem und die Berichterstattung. Dadurch werden nicht nur innergemeinschaftliche Investitionen erleichtert, sondern es entstehen auch starke Investitionsimpulse, die mit Zuschüssen für die geschäftliche Entwicklung in Polen verbunden sind. Warschau, Krakau, Posen und Breslau sind Städte von Schlüsselbedeutung auf der Weltkarte des Outsourcing. Zahlreiche Auslandsinvestitionen in Polen bestätigen diese Tatsache – es lohnt sich einfach, eine Gewerbetätigkeit in Polen auszuüben!

Investitionstätigkeit in Polen

Polen gilt weithin als einer der attraktivsten Investitionsstandorte nicht nur in Europa sondern auch weltweit. Das Land bietet sowohl politische als auch wirtschaftliche Stabilität, die mit dem dynamisch wachsenden Binnenmarkt gekoppelt ist. Mit einer Bevölkerungszahl von über 38 Millionen ist Polen die sechstgrößte Wirtschaft der Europäischen Union. Darüber hinaus platzierte sich Polen nach dem United Nations Conference on Trade and Development World Investment Report 2011 unter den Top-Standorten für ausländische Direktinvestitionen und erlangte den 6. Platz unter den attraktivsten Investitionsstandorten weltweit. In demselben Bericht wurde Polen als "das Land, das im Vorjahr den größten Fortschritt erzielte" ["the global top improver in the past year"] bezeichnet. Um die Geschäftstätigkeit in Polen noch weiter zu erleichtern, hat Polen vier wichtige Reformen eingeführt, deren Ziel ist es, die Verfahren in den Bereichen Registrierung von Immobilien, Steuerzahlung, Durchsetzung von Verträgen sowie Abwicklung und Sanierung insolventer Unternehmen zu vereinfachen und somit effizienter zu gestalten.

Investitionsanreize in Polen

Polen ist ausländischen Unternehmen gegenüber sehr aufgeschlossen, und die polnische Regierung ist bemüht, den Ruf Polens als ein stabiles Land mit verantwortungsvoller Wirtschaftspolitik aufrechtzuerhalten, um für ausländische Investoren weiter attraktiv zu bleiben. Vierzehn Sonderwirtschaftszonen (SWZ), die bis 2026 in Verbindung mit zahlreichen Industrie- und Technologieparks noch bestehen werden, bieten Steuerbefreiungen und attraktive Geschäftsstandorte und begrüßen mit offenen Armen Investoren, die diese Vorteile genießen wollen. 

Ausländische Unternehmen, die Ausübung ihrer Tätigkeit in Polen erwägen, können u.a. folgende Investitionsanreize in Anspruch nehmen:

  • Strukturfonds und Landesprogramme in Polen, die nicht rückzahlbare Zuschüsse für folgende Tätigkeiten bieten: Forschung und Entwicklung (F&E); Umsetzung innovativer Investitionen; Digitalisierung von Geschäftsunternehmen;Umweltschutz, Logistik und Erneuerbare Energiequellen;
  • Technologieparks mit Infrastruktur für im F&E-Bereich tätige Unternehmen;
  • Körperschaftsteuerbefreiung von Unternehmen, die ihre Tätigkeit in den SWZ ausüben;
  • Steuervergünstigungen für F&E-Zentren;
  • Steuervergünstigungen für den Erwerb neuer Technologien.

A. Sonderwirtschaftszonen (SWZ) in Polen

Es gibt vierzehn Sonderwirtschaftszonen (SWZ) an günstig gelegenen Standorten in ganz Polen. Es handelt sich dabei um abgegrenzte und unbewohnte Gebiete, in denen es erlaubt ist, Gewerbetätigkeit zu den im Gesetz vom 20.10.1994 über Sonderwirtschaftszonen genannten Vorzugsbedingungen auszuüben. Alle in Polen betriebenen SWZ wurden in den 90-er des 20. Jahrhunderts gegründet, um folgende Ziele zu verfolgen:

  • Anlockung ausländischer Investoren nach Polen;
  • Schaffung neuer Arbeitsplätze, insbesondere in Regionen mit hohem Risiko der Arbeitslosigkeit;
  • Entwicklung und Einsatz neuer Technologien;
  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Produkten und Dienstleistungen;
  • Beschleunigung der Wirtschaftsentwicklung der Regionen;
  • Verwaltung und Bewirtschaftung des Vermögens und der Infrastruktur liquidierter Unternehmen.

B. Nicht rückzahlbare Zuschüsse (Polen 2014 – 2020)

Als eins der TOP-Zielländer für Investitionen in der EU hat Polen Zuschüsse in einer Rekordhöhe von über EUR 82,5 Mrd. für die Jahre 2014–2020 erhalten, was bisher die größte Vergabe von Fördermitteln in der EU-Geschichte darstellt! Alle diese Gelder werden den Investoren in Form von Landesprogrammen und Strukturfonds zur Verfügung gestellt.

Die in Polen vergebenen EU-Fördermittel sind äußerst attraktiv für Investoren, denn:

  • sie sind nicht rückzahlbar;
  • sie ermöglichen eine Teilfinanzierung bis zu 70 % der förderfähigen Kosten;
  • sie können sogar bis zu einem Betrag von EUR 10 Mio. gewährt werden;
  • sie werden für eine große Zahl von Tätigkeitsbereichen gewährt – von Forschung und Entwicklung über Direktinvestitionen bis hin zu IT.

C. Hochqualifizierte Arbeitskräfte und wettbewerbsfähige Beschäftigungskosten in Polen

Polen gehört zu den Ländern mit dem höchsten Bildungsniveau in Europa. Die junge Generation ist exzellent ausgebildet, ehrgeizig und stark motiviert. Die polnischen Betriebswirte, Ingenieure, IT-Spezialisten und Wissenschaftler werden als Mitarbeiter von IT-Unternehmen, F&E-Zentren und wissenschaftlichen Einrichtungen von ihren Arbeitgebern sehr hoch geschätzt. Dazu sind die Löhne und Gehälter viermal niedriger als diejenigen in Westeuropa. Das alles trägt dazu bei, dass Polen als ein attraktiver Standort für Investitionen im Bereich Business Process Outsourcing gilt und von internationalen Konzernen als Zielland für ihre Shared Services Center gewählt wird. Dank großer Verfügbarkeit hochqualifizierter Arbeitskräfte wird Polen von vielen Investoren als der wirklich allerbeste Standort für ihre Produktionsprojekte angesehen.

Steuern in Polen

Das polnische Steuersystem kennt folgende vier Hauptsteuerarten, die von Unternehmen zu zahlen sind: Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer, Quellensteuer und Steuer auf zivilrechtliche Handlungen (PCC).

A. Körperschaftsteuer in Polen

Unternehmen mit Geschäftssitz oder Vorstand (Geschäftsführung) in Polen sind verpflichtet, Körperschaftsteuer auf ihr gesamtes Einkommen zu zahlen. Unternehmen ohne Geschäftssitz oder Vorstand (Geschäftsführung) in Polen sind verpflichtet, Körperschaftsteuer auf das von Ihnen in Polen erzielte Einkommen zu zahlen. Der Standard-Körperschaftsteuersatz beträgt 19%. 

B. Quellensteuer in Polen

Der Quellensteuersatz beträgt in der Regel 20 Prozent. Die in Polen auszuschüttenden Dividenden unterliegen einem Quellensteuersatz von 10%. Polen hat Doppelbesteuerungsabkommen mit über 80 Ländern abgeschlossen. Gemäß diesen Abkommen sind Unternehmen berechtigt, Reduktion der Steuersätze oder Befreiung von Steuer zu beantragen. 

C. Umsatzsteuer in Polen

Der auf die Mehrheit der Lieferungen und Leistungen anwendbare Standard-Umsatzsteuersatz beträgt 23%. Der Steuersatz von 8% wird auf Arzneimittel, medizinische Produkte, den Großteil der Nahrungsmittel, Restaurant- und Hoteldienstleistungen, Zeitungen und Zeitschriften, Transportdienstleistungen und Wohnungsbau angewandt. Außerdem unterliegen nicht verarbeitete Nahrungsmittel und Bücher der Umsatzsteuer von 5%.

D. Steuer auf zivilrechtliche Handlungen (PCC) in Polen

Die Steuer auf zivilrechtliche Handlungen wird auf Rechtsgeschäfte angewandt, welche die Übertragung einer Sache oder des Eigentumsrechts bewirken. Dazu gehören u.a. Kauf- und Darlehensverträge, Tauschverträge, Hypothekenverträge und Gesellschaftsverträge. Jegliche Änderungen der o.g. Verträge, die die gleichen Folgen wie steuerbare Geschäfte haben, unterliegen ebenfalls der PCC.

Rechnungslegung und Finanzberichterstattung in Polen

Unternehmen, die ihren Geschäftssitz in Polen haben oder dort ihre Gewerbetätigkeit ausüben, sind verpflichtet, Handelsbücher in polnischer Sprache und Währung zu führen. Dies betrifft auch die Erstellung von Jahresabschlüssen. Das polnische Rechnungslegungsgesetz wurde mehrmals geändert mit dem Ziel seiner Harmonisierung mit den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS). Die Unterschiede gibt es jedoch weiterhin. Es ist erlaubt, und in manchen Fällen sogar vorgeschrieben, Berichte nach den internationalen Rechnungslegungsstandards zu erstatten. 

Unternehmensformen in Polen

Die Rechtsform, die von sowohl ausländischen als auch inländischen Investoren für die Ausübung ihrer Gewerbetätigkeit in Polen am häufigsten gewählt wird, ist die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (polnische GmbH). Das für die Gründung einer polnischen GmbH notwendige Mindeststammkapital beträgt PLN 5.000 (EUR 1.200). Gründung und Registrierung der Gesellschaft dauern gewöhnlich nicht länger als einen Monat. Außerdem können Unternehmen eine Vorratsgesellschaft (GmbH) in Anspruch nehmen – eine Lösung, die immer zugänglicher und populärer wird. Eine Vorrats-GmbH kann sogar innerhalb von ein paar Tagen betriebsbereit zur Verfügung gestellt werden.

Kapitalmärkte in Polen

Der offizielle Kapitalmarkt in Polen ist die 1991 gegründete Warschauer Wertpapierbörse.  Während des Zeitraums ihrer Tätigkeit hat sich die Warschauer Wertpapierbörse zu einem der dynamischsten IPO-Märkte Europas entwickelt, an dessen Hauptmarkt über 400 Gesellschaften notiert sind. Zudem ist die Börse für derivative Finanzinstrumente der Warschauer Wertpapierbörse mittlerweile zur größten Börse dieser Art in Mittel- und Osteuropa angewachsen. 

Wichtig ist dabei, dass Polen eine öffentliche Einrichtung zur Aufsicht des lokalen Finanzmarktes gegründet hat. Die polnische Kommission für Finanzaufsicht übt die Aufsicht nicht nur über Kapitalmärkte, sondern auch über die Rentenfonds, das digitale Geld und den Versicherungsmarkt aus. Die Kommission für Finanzaufsicht hat die Aufgabe, die Interessen der Marktteilnehmer zu schützen sowie für die Stabilität, Transparenz und Sicherheit des polnischen Finanzmarktes zu sorgen.

Um das Investitionspotenzial in Polen vollumfänglich ausschöpfen zu können, bieten wir fachliche Steuer- und Rechtsberatung hinsichtlich der Wahl der richtigen Form Ihrer Tätigkeit in Polen an. Zusätzlich erhalten Sie in unseren Büros (Breslau, Danzig, Gleiwitz, Krakau, Posen und Warschau) alle erforderlichen Informationen über die Ausübung einer Gewerbetätigkeit, die Rechtsberatung in Polen sowie Steuerberatung in Polen. Wir sind auch gerne bereit, ihre Möglichkeiten im Zusammenhang mit der Bezuschussung in Polen sowie dem Outsourcing der Finanzbuchhaltung in Polen und Lohnbuchhaltung in Polen zu analysieren.