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Katarzyna Adamiec

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Die jüngste globale Wirtschaftskrise, in deren Folge mehrere Unternehmen einen starken Rückgang der Nachfrage verzeichnet haben, mobilisierte diese Unternehmen dazu, nach Möglichkeiten zu suchen, die Effizienz zu steigern und gleichzeitig die Fixkosten zu senken. Eine der Methoden zur Erreichung langfristiger Ersparnisse sind Shared Service Center. 

Was ist ein Shared Service Center?

Bei einem Shared Service Center handelt es sich um eine ausgesonderte Organisationseinheit, die Dienstleistungen für interne Kunden erbringt. Somit wird ein bestimmter Teil der Dienstleistungen von einem zentralen Standort aus für dezentralisierte Einheiten erbracht. Diese Dienstleistungen werden durch eine zur Organisationsstruktur gehörende und von der Organisation kontrollierte selbstständige Einheit erbracht. 

Die Errichtung von Shared Service Centern erlaubt es Unternehmen, die Geschäftsprozesse zu reorganisieren und zu standardisieren, wodurch die Ressourcen konsolidiert und die Technologien besser genutzt werden. 

Die Organisation einer derartigen Einheit kann dezentralisiert, zentralisiert oder gemischt sein. Die meisten zurzeit in Polen gegründeten Shared Cervice Center haben eine zentralisierte Struktur, da so der Hauptnutzen, d.h. die Kostensenkung, von den Unternehmen dadurch erreicht werden kann, dass die Abläufe von einer geringeren Anzahl an Personen umgesetzt werden. Ein sehr wichtiges Merkmal der zentralisierten Lösung ist die bessere Ausnutzung von Mitteln und Ressourcen sowie die Möglichkeit einer ständigen Verbesserung der Organisation eines solchen Centers.

Warum lohnt es sich, Shared Cervice Center in Polen zu errichten?

Da der Hauptgrund für die Errichtung von Shared Service Centern Kostenersparnisse sind, finden sie ihre Standorte dort weltweit, wo das Verhältnis von Kosten zur Qualität der Ressourcen am günstigsten ist. Die Wahl des Standortes hängt außerdem von vielen Faktoren neben den Kosten ab, die darauf gezielt sind, Ersparnisse bei gleichzeitiger Einhaltung der Qualitätsstandards zu erreichen. Bei den Shared Service Centern sind dies vor allem die Kompetenzen der Mitarbeiter, wie: Ausbildung, Innovationsfähigkeit, Entwicklungswille, Arbeitskultur und Sprachkompetenz. In sämtlichen o.g. Kategorien ist Polen gut aufgestellt.

EU-Fördermittel in Polen für Investitionen in Shared Service Center

Die Anleger achten dabei auch auf die Steuerfolgen eines solchen Vorhabens und die Möglichkeit der Einwerbung von Fördermitteln. In Polen gab es in den Jahren 2007-2013 das Operationelle Programm „Innovative Wirtschaft 2007-2013“ für Unternehmen, das vom Wirtschaftsministerium verwaltet wurde und die Einwerbung von Fördermitteln für Investitionen in Shared Cervice Center, insbesondere im Bereich Forschung und Entwicklung, ermöglichte. In den Jahren 2014-2020 wird das Operationelle Programm „Intelligente Entwicklung“ zur Verfügung stehen. Zu erwarten ist, dass Unternehmen dank den EU-Fördermitteln eine teilweise oder vollständige Erstattung der Aufwendungen für Anlagegüter und immaterielle Wirtschaftsgüter bzw. für die Schaffung neuer Arbeitsplätze werden erhalten können. Grundsätzlich wird das Programm diejenigen Unternehmen fördern, die Investitionen mit hohem Innovationspotential und hohem Mehrwert tätigen sowie viele neue Arbeitsplätze schaffen. Die Errichtung von Shared Cervice Centern entspricht diesem Konzept.

Sonderwirtschaftszonen (SWZ) in Polen - Standort für Shared Service Center

Zu beachten sind auch die Vorteile in Form von Steuerbefreiungen für Investitionen, die in den Sonderwirtschaftszonen (SWZ) getätigt werden. In Polen gibt es zurzeit 14 SWZ. Die Befreiungen können von Anlegern in Anspruch genommen werden, die eine Genehmigung für die Ausübung einer Tätigkeit in einer SWZ eingeholt haben. In der Genehmigung werden u.a. der Mindestwert der Investition, die Mindestbeschäftigung sowie die maximale Höhe der staatlichen Beihilfe und der Umfang der auszuübenden Tätigkeit bestimmt. In einem solchen Modell wird die staatliche Beihilfe gestaffelt und durch Unternehmen in Form von Steuerbefreiungen i.H.v. 25%-70% des Nettowerts der Investition bzw. der Summe der mit der Investition verbundenen Beschäftigungskosten über einen Zeitraum von 2 Jahren, ermittelt nach dem aktuellen Wert, in Anspruch genommen. Beachtenswert ist dabei, dass der Ministerrat im Jahre 2013 beschloss, das Bestehen der SWZ bis 2026 zu verlängern.

Welche Perspektiven für die Entwicklung von Shared Service Centern gibt es in Polen?

Die o.g. Vorteile haben zur Folge, dass internationale Konzerne Shared Cervice Center gerne in Polen errichten. Eine steigende Zahl von Anlegern betrachtet Polen nicht nur als Ganzes, sondern konzentriert sich auf die einzelnen Zentren im Land. In den größten Städten Polens gibt es mehrere Dutzend Shared Service Center. Gleichzeitig sind die Anleger nicht nur an den Großstädten Polens, sondern auch an „aufstrebenden” Zentren wie Bydgoszcz, Lublin, Radom oder Szczecin interessiert. Auf der Karte Polens sind auch die Spezialisierungen der einzelnen Städte in Bezug auf die erbrachten Dienstleistungen ersichtlich. In Breslau als dem Marktführer bei modernen Dienstleistungen, wo sich die meisten Forschungs- und Entwicklungszentren befinden, ist ein Technologiepark tätig, der beinahe 50 IT-Unternehmen vereint. In Warschau, Krakau und Danzig dominieren dagegen Zentren für Finanzbuchhaltungsdienstleistungen. Die meisten davon gibt es jedoch in Posen - falls die eingeschlagene Richtung und das Entwicklungstempo aufrechterhalten werden, kann Posen in kurzer Zeit zu den wichtigsten Finanzzentren in Mittel- und Osteuropa werden.

Sind Sie an den o.g. Themen interessiert oder haben Sie Fragen zu den Fördermitteln in Polen, der staatlichen Beihilfe sowie der Investmentberatung in Polen, so stehen Ihnen unsere Berater in polnischen Büros – Breslau, Danzig, Gleiwitz, Krakau, Posen und Warschau –  zur Verfügung.