Agnieszka Gliwińska

Senior Associate
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Am 1. Januar 2017 wird das Gesetz vom 5. September 2016 über die Änderung des Einkommensteuergesetzes und des Körperschaftsteuergesetzes (im Folgenden „Gesetz“ genannt) in Kraft treten.

Gemäß dem Gesetz wurde Abs. 1 von Art. 19 des Körperschaftsteuergesetzes (im Folgenden „KStG-PL“ genannt) vom 15. Februar 1992 (konsolidierte Fassung Dz.U. [poln. GBl.] vom 27. Juni 2014, m.Ä.) geändert, indem ein Präferenz-Körperschaftsteuersatz eingeführt wurde.

Neben dem Normalsteuersatz von 19% führt das Gesetz noch einen weiteren ermäßigten Körperschaftsteuersatz von 15% ein. Der Präferenz-Körperschaftsteuersatz ist für kleine Steuerpflichtige vorgesehen, d.h. Steuerpflichtige, deren Umsatzerlöse, einschließlich der geschuldeten Umsatzsteuer, im vorhergehenden Steuerjahr nicht den in PLN ausgedrückten Betrag von EUR 1.200.000 überschritten haben. 

Der ermäßigte Steuersatz kann auch von Steuerpflichtigen angewandt werden, die ihre Gewerbetätigkeit erst aufgenommen haben, und zwar bereits im Jahr der Tätigkeitsaufnahme.

Die neuen Vorschriften des KStG-PL beschränken für Steuerpflichtige, welche ihre Gewerbetätigkeit erst aufnehmen und aufgrund der in den Vorschriften genannten Umstrukturierungsmaßnahmen errichtet wurden, die Möglichkeit, den Steuersatz von 15% anzuwenden. Der Ausschluss betrifft Umwandlungen (ausgenommen Umwandlung einer der Körperschaftsteuer unterliegenden Gesellschaft in eine andere körperschaftsteuerpflichtige Gesellschaft), Verschmelzungen oder Spaltungen sowie die Einbringung der im Gesetz genannten Sacheinlage in die Gesellschaft. Die Beschränkung bezieht sich auf die ersten zwei Jahre der Tätigkeit der Steuerpflichtigen. Diese Steuerpflichtigen können den Präferenz-Körperschaftsteuersatz erst ab dem dritten Steuerjahr anwenden - unter der Voraussetzung, dass sie weiterhin kleine Steuerpflichtige sind.

Der ermäßigte Körperschaftsteuersatz findet keine Anwendung auf Organschaften.

Um die Sicherheit der zu tätigenden oder geplanten Geschäfte zu gewährleisten, ist es empfehlenswert, diese im Hinblick auf die kommenden Änderungen genau zu analysieren.

Das Gesetz schließt die Anwendung des Präferenzsteuersatzes bei ausländischen Unternehmen, die in Polen der beschränkten Steuerpflicht unterliegen und ihre Einnahmen z.B. durch in Polen gelegene Betriebsstätten erzielen, nicht aus. Es ist also anzunehmen, dass auch sie den Steuersatz von 15% bei ihren Abrechnungen anwenden können. Es muss also festgelegt werden, ob bei der Einstufung eines Unternehmens als kleiner Steuerpflichtiger die gesamten Einnahmen des Steuerpflichtigen zu berücksichtigen sind (zusammen mit den im Ausland erzielten Einnahmen) oder nur diejenigen Einnahmen, die der polnischen Betriebsstätte zugeordnet werden können.

Da es diesbezüglich keine eindeutigen Vorschriften gibt, empfehlen wir Ihnen, die Erteilung einer verbindlichen Auskunft zu beantragen. Die Einholung einer solchen verbindlichen Auskunft hat zum Ziel, dem Steuerpflichtigen im Einzelfall Schutz zu gewährleisten, wenn hinsichtlich der Auslegung konkreter Steuervorschriften Unsicherheit besteht.

Wir unterstützen Sie gerne dabei und bieten Ihnen die Steuerberatung bei Körperschaftsteuer, Einkommensteuer und Umsatzsteuer in Polen an. Unsere Steuerberater in den Büros von Rödl & Partner in Polen: Breslau, Danzig, Gleiwitz, Krakau, Posen und Warschau stehen Ihnen zur Verfügung und beantworten gerne Ihre Fragen im Rahmen der Steuerberatung in Polen.

29.12.2016