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Dorota Białas

Steuerberaterin (Polen)
Associate Partner
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Die Abrechnung von Kursdifferenzen bei der Berechnung der Befreiung aufgrund der Zonengenehmigung ist zweifelsohne sehr heikel. Gemäß Art. 24c des polnischen Einkommensteuergesetzes (EStG-PL) und Art. 15a des polnischen Körperschaftsteuergesetzes (KStG-PL) haben die Steuerpflichtigen Kursgewinne und Kursverluste separat zu berechnen und darzustellen. Gemäß diesen Vorschriften können die Kursdifferenzen nicht als Saldo der Kursgewinne und Kursverluste erfasst werden. 

Bei dieser Abrechnungsweise kommt es zu wesentlichen erfassungsbezogenen Schwierigkeiten.  Der Gesetzgeber hat keine Gruppe gemeinsamer Einkünfte aus der Tätigkeit in der SWZ vorgesehen, die der Tätigkeit inner- und außerhalb der Sonderwirtschaftszone proportional zuzuordnen wären. Dies bedeutet, dass jede entstandene Kursdifferenz einer bestimmten Art der Tätigkeit zugeordnet werden muss. Sollte dies unmöglich sein, so stellen die gesamten Kursgewinne eine steuerbare Einnahme dar.

Im Hinblick darauf beachten Sie bitte, dass das Einkommensteuergesetz und das Körperschaftsteuergesetz eine alternative Methode zur Ermittlung von Kursdifferenzen, die sog. handelsrechtliche Methode vorsehen. Das Wesentliche daran ist, dass die Kursdifferenzen gemäß den handelsrechtlichen Vorschriften (Rechnungslegungsgesetz oder IAS) per Saldo als Einnahme oder Aufwendung in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen werden können.

Die Steuerbehörden bestätigen in den aktuellen verbindlichen Auskünften, dass die Zinsen bei der Wahl der handelsrechtlichen Methode per Saldo ermittelt werden können. Als Beispiel kann hier die verbindliche Auskunft des Direktors der Finanzkammer Łódź vom 09.01.2014, Az. IPTPB3/423-406/13-2/MF, dienen. 

Nach Auffassung der Behörde hat die Gesellschaft – je nach dem erzielten Ergebnis aus der Ermittlung der Kursdifferenzen – Folgendes auszuweisen:

  • bei einem Überhang der Kursverluste über die Kursgewinne sind die Aufwendungen nach dem sog. Einnahmenschlüssel gemäß Art. 15 Abs. 2 und 2a KStG-PL zuzuordnen;
  • bei einem Überhang der Kursgewinne über die Kursverluste sind die Einkünfte vollständig der steuerbaren Tätigkeit zuzuordnen.

Die Änderung der Methode zur Ermittlung von Kursdifferenzen kann somit die Ermittlung der Befreiung aufgrund der Zonengenehmigung wesentlich vereinfachen und die Steuerbelastungen der Gesellschaft aus der Tätigkeit außerhalb der SWZ mindern.

Die Steuerpflichtigen können sich bis zum Ende des ersten Monats des Veranlagungszeitraums für die handelsrechtliche Methode  entscheiden. Diejenigen Steuerpflichtigen, deren Veranlagungszeitraum dem Kalenderjahr entspricht, können dies bis zum 31.01.2015 tun. Die Mitteilung ist schriftlich bei dem zuständigen Finanzamt einzureichen.

Gerne erteilen wir Ihnen weitere Informationen zu der Abrechnung von Kursdifferenzen nach der handelsrechtlichen Methode. Unsere Steuerberater in Polen in den Büros von Rödl & Partner: Breslau, Danzig, Gleiwitz, Krakau, Posen und Warschau werden Ihre Kalkulation der Befreiung aufgrund der Zonengenehmigung gerne analysieren und Lösungen vorschlagen, die es  Ihnen erlauben werden, das steuerliche Risiko zu minimieren. Wir beantworten auch gerne andere Fragen zum Thema Steuerberatung in Polen. Unsere Büros erbringen ebenfalls Rechtsberatungs in Polen i.Z.m. der Tätigkeit in Sonderwirtschaftszone in Polen sowie im Hinblick auf andere Bereiche Ihrer Gewerbetätigkeit.