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Das russische individuelle und kollektive Arbeitsrecht unterscheidet sich wesentlich vom deutschen Arbeitsrecht und spielt in der Unternehmenspraxis eine große Rolle – es gibt eine Vielzahl untergesetzlicher Normen, die für die Betriebsorganisation und im Unternehmensalltag wichtig sind.

Dies betrifft u.a. die Arbeitsplatzschutzbestimmungen, die Buchhaltungsvorschriften und vieles mehr. Betriebsprüfungen durch die staatliche Arbeitsinspektion kommen weitaus häufiger vor als Steuerprüfungen – und sind ebenso unangenehm, Verstöße werden mit Bußgeldern geahndet. Die Einstellung und Kündigung von Arbeitnehmern – zu denen übrigens auch die Generaldirektoren zählen – sind in Russland stark formalisiert. Ohne Einhaltung der entsprechenden zwingenden Formvorgaben sind Kündigungen im Zweifel unwirksam. Ein einfacher Zweizeiler reicht für ein Kündigungsschreiben nicht aus. Für jeden Mitarbeiter ist ein „Arbeitsbuch” zu führen, Unternehmen müssen u.a. über interne Betriebsordnungen, einen Stellenplan und eine Zeiterfassung verfügen.  

Das kollektive Arbeitsrecht war in den vergangen Jahren eher in den Hintergrund getreten, ist aber seit einiger Zeit wieder hochaktuell und nicht wenige ausländische Investoren – z.B. in der Automobilindustrie – haben bereits negative Erfahrungen mit Streiks und Arbeitsniederlegung gemacht.  

Das russische Arbeitsrecht gilt auch für Ausländer, die in Russland arbeiten, wobei das Günstigkeitsprinzip gilt. Insbesondere die Entsendung von Arbeitnehmern nach Russland ist in der Praxis häufig schwierig – auch im Hinblick auf den sozialversicherungsrechtlichen und steuerlichen Status des Mitarbeiters im Heimatland.  

Das russische Ausländerrecht ist recht kompliziert, die Verfahren sind aufwendig. Um ausländische Mitarbeiter zu beschäftigen, sind folgende Schritte zu beachten und Genehmigungen einzuholen: (1) Beantragung von „Quoten” zur Einstellung einer bestimmten Anzahl ausländischer Mitarbeiter für bestimmte Positionen; (2) Beantragung einer Genehmigung für die Heranziehung ausländischer Arbeitskräfte durch den Arbeitgeber; (3) Beantragung der jeweiligen persönlichen Arbeitserlaubnis für jeden einzelnen Mitarbeiter; (4) Benachrichtigung der zuständigen Behörden über den Arbeitsbeginn des ausländischen Mitarbeiters; (5) Registrierung des Unternehmens bei der Pass- und Visastelle des „Föderalen Migrationsdienstes” und (6) Beantragung eines Arbeitsvisums für den jeweiligen Mitarbeiter. 

In Moskau beraten wir Sie in allen Fragen des Arbeits- und Ausländerrechts und werden bei Entsendungsfragen unterstützt von unserem Team „Expatriate-Beratung” in Deutschland.