Veröffentlicht am 5. März 2025
Lesedauer ca. 1 Minute

Baukostenzuschüsse gewinnen für Netzbetreiber an Bedeutung

Benjamin Schüssler
Associate Partner
Diplom-Ökonom, Diplom-Wirtschaftsingenieur
Yuliya Sidarovich
M.A. Internationale Wirtschaft und Governance
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Im Positionspapier zur Erhebung von Baukostenzuschüssen, das im November 2024 veröffentlicht wurde, hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) erneut betont, dass sie dem Baukostenzuschuss neben der Steuerungsfunktion auch weiterhin eine Finanzierungsfunktion beimisst. Demnach hält sie es insbesondere bei Netzbetreibern mit hohem Netzausbaubedarf für effizient und geboten, einen Baukostenzuschuss zu erheben.

Auch im Hinblick auf den geplanten WACC-Ansatz, den die BNetzA für ein zukünftiges Regulierungssystem vorsieht, muss die Rolle des Baukostenzuschusses beleuchtet werden. Während sich dieser bei der Berechnung der Verzinsungsbasis negativ auswirkt, ist von der BNetzA ein Zinsbonus vorgesehen, um die Vereinnahmung von Baukostenzuschüssen anzureizen. Dieser wird den Effekt einer schmäleren Verzinsungsbasis jedoch nicht vollständig kompensieren.

Insofern sollten Netzbetreiber sorgfältig abwägen, in welcher Höhe sie ihren Baukostenzuschuss bemessen. Es empfiehlt sich daher, auch oberhalb der Niederspannung neben der Kalkulation nach dem Leistungspreismodell eine kostenorientierte Kalkulation, z. B. nach dem 2-Ebenen-Modell des VDN, durchzuführen, um zu einem „optimierten“ Baukostenzuschuss zu gelangen. In der Niederspannung ist hingegen eine eigene Kalkulation erforderlich, da das Leistungspreismodell nur für Netzebenen oberhalb der Niederspannung angewendet werden soll.

Gerne unterstützen wir Sie bei einer verordnungskonformen Kalkulation (Kalkulation nach VDN-Modell) sowie bei der Bestimmung des „richtigen“ Baukostenzuschusses. Sprechen Sie uns an!