Veröffentlicht am 18. September 2024
Lesedauer ca. 2 Minuten

Controlling im Wandel des Energiemarktes: Vertriebssteuerung mit Deckungsbeitragsrechnung

Christoph Spier
Partner
Certified Valuation Analyst (CVA), Diplom-Volkswirt
Maren Meusel
Senior Associate
Diplom-Betriebswirt (FH)
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Der Energiemarkt ist noch stärker umkämpft als vor der Krise. Die Preise sind seit der Energiekrise stark volatil und zwischen den Versorgern bestehen enorme Preisunterschiede.

In zwei aktuellen ZfK-Artikeln vom 8. und 13. September 2024 wird die aktuelle Preisspanne in der Grundversorgung zwischen dem günstigsten und teuersten Anbieter für Strom von 28 bis 76 Cent Arbeitspreis pro kWh bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3.500 kWh laut einer Studie der Leipziger Get AG dargestellt. Die Vergleichsplattform Verivox hat im August 2024 berichtet, dass die durchschnittlichen Strom- und Gaspreise in der Grundversorgung der regionalen Versorger mehrheitlich immer noch deutlich über den Energiepreisbremsen liegen. Auch seien demnächst keine Preisanpassungen von einigen Anbietern zu erwarten, trotz sinkender Beschaffungskosten.

Die Stadtwerke mussten während der Energiekrise schnell handeln. Einige Energieversorger standen plötzlich ohne Vollversorgungsvertrag da und mussten kurzfristig Lösungen finden. Discounter zogen sich aus dem Markt zurück und Kunden strömten in die Grundversorgungstarife der klassischen Energieversorgungsunternehmen. Diese nicht geplanten Mengen mussten teils zu teuren Beschaffungspreisen kurzfristig nachbeschafft werden. Nach diesen Turbulenzen ließen die Discounter nicht lange mit neuen Lockangeboten auf sich warten, was die Wechselquoten wieder deutlich ansteigen lässt. Lauf ZfK ist das Wechselaufkommen im Stromsegment im August 2024 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 34 Prozent gestiegen.

Die jüngsten Entwicklungen der Branche zeigen auf, dass sich die Bedeutung des internen Vertriebscontrollings und unterjährigen Berichtswesens in EVUs deutlich erhöht hat.

Zur Steuerung der Vertriebssparten ist der Aufbau einer mehrdimensionalen Deckungsbeitragsrechnung (Plan, Ist, Forecast) das probate Mittel, um dauerhaft Ergebnistransparenz zu schaffen und schnell auf neue Preis- oder Mengenentwicklungen reagieren zu können.

Aufgabe des Controllings ist es, die Basis für eine mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung schaffen:

  1. Zielorientierte Kostenrechnung und Erlöszuordnung
  2. Abstimmung der Deckungsbeiträge (Plan / Ist / HR) zu Pricing, Wirtschafsplanung und Forecast
  3. Klare Definition von Zielvorgaben und ggf. Incentivierungsmaßnahmen zur Zielerreichung

Wir beobachten derzeit, dass viele kleine und mittlere Stadtwerke jedoch ausschließlich mengen- und/oder erlösbasierte Vertriebs-Kennzahlensysteme entwickeln. Unserer Erfahrung nach „scheuen“ sich viele kleine und mittelgroße Stadtwerke regelrecht vor der Einführung von Deckungsbeitragsrechnungen im Vertriebscontrolling. Die Gründe dafür sind oft ähnlich. Eine Deckungsbeitragsrechnung wird als zu komplex und/oder nicht realisierbar aufgrund der vorliegenden Datenbasis eingeschätzt.

Unser Lösungsansatz

Wir haben ein strukturiertes, anwendungsbezogenes und vereinfachtes Verfahren entwickelt, dass insbesondere kleine und mittlere Stadtwerke bei der Einführung von Deckungsbeitragsrechnungen unterstützt. Anhand von Quick Checks der Kostenrechnung und Erlösstruktur, des Pricings sowie der Wirtschaftsplanung führen wir ein excelbasiertes Financial Modelling Tool mit Dashboards ein, dass auf Ihre Prämissen, Anforderungen und individuelle Struktur zugeschnitten wird.

Auch beraten wir Sie gerne bei der Umsetzung oder Optimierung der zugrundeliegenden Wirtschaftsplan- und Forecast-Prozesse sowie bei der Weiterentwicklung Ihres (Vertriebs-)Reportings.

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Quellen:


Grundversorgung: Gemeindewerk steht bei 28 Cent pro kWh Strom: Zeitung für kommunale Wirtschaft (zfk.de)

Wettbewerb um Stromkunden: Grundversorger zwischen Abwehr und Angriff: Zeitung für kommunale Wirtschaft (zfk.de)

Strom- und Gas-Grundversorgung: Mehrheit der Tarife immer noch über Preisbremse (verivox.de)