Deutschlandfonds: Booster für private Investitionen in Deutschland
- Deutschlandfonds mobilisiert privates Kapital für großvolumige Investitionen
- Unternehmen profitieren von Förderkrediten, Garantien und Risikoteilung
- Öffentliche Mittel und Garantien in Höhe von rund 30 Mrd. EUR werden zur Verfügung gestellt
- Fokus auf Industrie und Mittelstand, Energieversorgungsunternehmen sowie Start-ups und Scale-ups
Die Bundesregierung und die staatliche Förderbank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) haben im Dezember 2025 den sogenannten Deutschlandfonds ins Leben gerufen – ein zentrales Instrument, um private Investitionen gezielt in Zukunftsbereichen wie Innovation, Energieinfrastruktur, Klimaschutz, industrielle Modernisierung und die Stärkung kleiner und mittlerer Unternehmen zu fördern.
Was ist der Deutschlandfonds und für wen gilt dieser?
Der Deutschlandfonds ist kein klassischer Investmentfonds, sondern eine strategische Dachstruktur für Finanzierungs‑ und Absicherungsinstrumente. Durch öffentliche Mittel und staatliche Garantien werden Investitionen abgesichert, die sonst wegen hoher Risiken oder langer Amortisationszeiten nur schwer realisierbar wären. Der Bund stellt dafür rund 30 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln und staatlichen Garantien bereit, mit dem Ziel, insgesamt etwa 130 Milliarden Euro an zusätzlichen Investitionen auszulösen.
Genutzt werden sollen die Finanzierungsmöglichkeiten des Deutschlandfonds von Industrieunternehmen, mittelständischen Unternehmen, Start-ups & Scale-ups sowie Energieversorgungsunternehmen.
Wie ist der Deutschlandfonds strukturiert?
Der Deutschlandfonds gliedert sich in mehrere zentrale Bausteine, die jeweils unterschiedliche Bereiche der Wirtschaft stärken sollen:
- Industrie & Mittelstand: Dieser Baustein unterstützt Unternehmen bei der Absicherung großer Transformationsinvestitionen – insbesondere in Bereichen wie Energiewende, Wasserstoff, Batterietechnologien und Automobilindustrie. Dadurch können Betriebe leichter in neue Produktionsanlagen, klimafreundliche Technologien, Elektrifizierung, Wasserstoffanwendungen oder den Ausbau strategischer Wertschöpfungsketten investieren, ohne ihre eigene Bilanz unverhältnismäßig zu belasten. Gleichzeitig verbessert sich der Zugang zu Bankfinanzierungen, da staatliche Absicherungen das Risiko für Banken und Investoren senken. So stärkt der Deutschlandfonds die Wettbewerbsfähigkeit von Industrie und Mittelstand, sichert zukunftsfähige Arbeitsplätze und ermöglicht es Unternehmen, den industriellen Wandel in Deutschland aktiv mitzugestalten.
Ein wichtiger Bestandteil ist zudem der Rohstofffonds: Über diesen stellt die KfW Beteiligungen und Kredite für Projekte zur Gewinnung kritischer Rohstoffe – etwa Lithium – bereit. Damit wird die Versorgungssicherheit entlang wichtiger industrieller Wertschöpfungsketten gestärkt und die Basis für zukünftige Technologie- und Produktionsfähigkeit in Deutschland geschaffen. - Start‑ups & Scale‑ups: Auch für junge Technologieunternehmen bietet der Deutschlandfonds neue Chancen. Die KfW investiert als Co-Investor zusammen mit privaten Kapitalgebern direkt in deutsche Start-ups. Pro Investition stehen bis zu 50 Millionen Euro bereit, insgesamt eine Milliarde Euro bis 2030. Weitere 300 Millionen Euro fließen in Kreditfonds für neuartige Industrietechnologien.
- Energie: Der Energiesektor steht vor enormen Investitionsherausforderungen. Der Deutschlandfonds unterstützt daher Strom- und Wärmenetzbetreiber mit staatlich abgesicherten Krediten sowie Risikoabsicherung bei innovativen Energieprojekten wie Geothermie.
Welche Maßnahmen werden angeboten?
Um industrielle Transformation, Innovationsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum im deutschen Mittelstand sowie in Start‑ups und Scale-ups gezielt zu unterstützen, stehen eine Reihe neuer und erweiterter Finanzierungsinstrumente bereit. Für Industrie und Mittelstand spielen vor allem Absicherungsmechanismen eine wichtige Rolle. Ein zentrales Angebot ist das neue Absicherungsinstrument für Transformationsindustrien, das in Form von Bankgarantien und -bürgschaften dabei hilft, große Transformationsvorhaben abzusichern – etwa durch die Bewertung von Produktionsexpansionsplänen oder durch die Sicherung von Vertragserfüllungs- und Gewährleistungsrisiken. Ergänzend dazu ermöglichen Verbriefungen Banken, Forderungen zu handelbaren Wertpapieren zu bündeln, wodurch zusätzliche Kreditkapazitäten für mittelständische Unternehmen geschaffen werden.
Für Investitionen entlang kritischer Wertschöpfungsketten steht zudem der Rohstofffonds zur Verfügung. Er stellt Kapital für Projekte in Bergbau, Weiterverarbeitung und Recycling kritischer Rohstoffe bereit und unterstützt damit den Zugang zu wichtigen Rohstoffen, die für industrielle Produktion und technologische Innovation zunehmend entscheidend sind. Darüber hinaus eröffnen zusätzliche Mittel aus dem Wachstums- und Innovationskapital („Zukunftsfonds II“) neue Finanzierungspfade für technologieorientierte Mittelständler, insbesondere in Bereichen wie DeepTech, Biotech und Sensing-Technologien.
Auch Start-ups und Scale-ups profitieren deutlich vom Ausbau der Transformations- und Innovationsfinanzierung. Ein Schwerpunkt liegt auf der Stärkung spezialisierter Fondsinvestments, die gezielt Kapital in zukunftsrelevante Segmente wie Biotech, ClimateTech, DefenceTech oder DeepTech lenken. Der Zukunftsfonds schafft dafür neue Co-Investitionsmöglichkeiten und erweitert Fondsstrukturen, die speziell auf forschungsintensive oder regulierte Branchen ausgerichtet sind.
Zusätzliche Mittel aus dem Wachstums- und Innovationskapital („Zukunftsfonds II“) unterstützen Start-ups entlang zentraler Wachstumsphasen – von der Skalierung technologischer Prozesse bis zur Ausweitung industrieller Produktionskapazitäten. Mit dem Programm Scale-up Direct stellt die KfW zudem Co-Investments bereit, die speziell auf wachstumsstarke Unternehmen abzielen und zusammen mit dem KfW Capital-Fondsportfolio umgesetzt werden.
Einen wichtigen Impuls setzt darüber hinaus das neue Instrument First-of-a-kind-Kredite (FOAK), in dessen Rahmen der Bund bis zu 300 Millionen Euro in innovative privatwirtschaftliche Fonds investiert. Diese Fonds finanzieren anschließend neuartige industrielle First‑of‑a‑kind‑Technologien, ‑Produkte und ‑Prozesse von Start‑ups und Scale-ups – also Innovationsprojekte, für die es bislang keine marktüblichen Referenzen gibt und die deshalb nur schwer Zugang zu klassischer Finanzierung finden. Damit schließt das Programm eine zentrale Finanzierungslücke und soll die Grundlage schaffen, um hochinnovative Technologien in Deutschland erstmals zur Marktreife und Skalierung zu bringen.
Energieversorgungsunternehmen werden ebenfalls durch verschiedene Förder- und Kreditinstrumente adressiert – unter anderem im Zusammenhang mit Geothermie, erneuerbaren Energien und Netzinfrastrukturen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel „Deutschlandfonds: Neue Finanzierungsperspektiven für Stadtwerke und Energieversorger“.
Wie wird der Deutschlandfonds finanziert?
Der Deutschlandfonds wird mit rund 30 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln, darunter Garantien, unterlegt. Ziel ist es, Investitionen abzusichern und privaten Investoren oder Unternehmen Beteiligungen zu ermöglichen.
So werden beispielsweise für die Absicherung von Investitionen im Baustein „Industrie und Mittelstand“ bis zu 8 Milliarden Euro Garantien in Aussicht gestellt. Für den neuen „KfW Förderkredit Geothermie“ stehen 600 Millionen Euro Garantien und rund 50 Millionen Euro Haushaltsmittel bereit, um Bohrungen zu finanzieren und das Fündigkeitsrisiko abzusichern. Darüber hinaus nutzt die KfW eigene Mittel, etwa Kredite oder Verbriefungen, um Mittelstand und Zukunftstechnologien zu stärken. So sollen Anreize für dringend benötigte Investitionen geschaffen werden.
Die ersten Instrumente sind bereits Ende 2025 gestartet, darunter Absicherungsmodelle für Transformationsindustrien, das Kreditprogramm zur Förderung von Geothermie-Projekten sowie ein neues Finanzierungsinstrument für Start-ups und Scale-ups.
Ab 2026 sollen nach und nach neue Finanzierungsinstrumente eingeführt werden.
Was bedeutet das für Sie?
- Weniger Investitionsrisiko: Durch staatlich abgesicherte Instrumente können Projekte realisiert werden, die sonst schwer finanzierbar wären.
- Neue Finanzierungsoptionen: Gerade für kleine und mittlere Unternehmen, junge Technologieunternehmen und Energieversorger eröffnen sich neue Kapitalquellen.
- Wettbewerbsvorteile: Wer frühzeitig investiert, kann technologisch und strategisch vorne bleiben.
- Attraktiver Standort Deutschland: Der Deutschlandfonds ist ein Signal an nationale wie internationale Investoren, dass Deutschland ein starker, wachstumsorientierter Wirtschaftsstandort bleibt.
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