Veröffentlicht am 24. Juni 2026
Lesedauer ca. 3 Minuten

Digitale Souveränität – der RÖDL AI Hub

  • Aus dem Wirtschaftsmagazin "Entrepreneur", Ausgabe 2026
Edin Visnjic
Associate Partner
Die Integration generativer KI stellt neue Anforderungen an Infrastruktur, Sicherheit und fachliche Integration. Mit dem RÖDL AI Hub wurde dafür eine zentrale Plattform geschaffen, die technologische Souveränität mit fachlicher Präzision verbindet und als Grundlage für KI-gestützte Lösungen dient.

Der Startpunkt

Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften stehen vor der Herausforderung, Large Language Models produktiv einzusetzen, ohne Vertraulichkeit und Compliance zu gefährden. Standardlösungen stoßen dabei jedoch häufig an fachliche Grenzen. Daraus entstand der Bedarf nach einer eigenen, technologisch unabhängigen Infrastruktur, die sowohl Routineaufgaben als auch spezialisierte Prozesse zuverlässig abbilden kann.

Wir brauchten daher eine zentrale Orchestrationsplattform für alle KI-gestützten Anwendungsfälle, die eine skalierbare Basis schafft, Fachwissen bereichsübergreifend nutzbar macht und Insellösungen in ein integriertes System überführt.

Als Ausgangspunkt wurden fachliche und technologische Kompetenzen im Team Intelligent Automation & AI Solutions gebündelt. Es verantwortete von Anfang an die Entwicklung der Plattform und den Aufbau einer Architektur, die Datensouveränität und Skalierbarkeit vereint. Damit kombinierten wir In-house- Entwicklung mit maximaler Kontrolle über Daten und Systeme.

Der RÖDL AI Hub nutzt innerhalb der eigenen Hosting-Umgebung modernste Technologie und stellt Large-Language-Models bereit – mit voller Datensouveränität, einer einheitlichen Governance-Ebene und einer reinen private Cloud-Architektur. Unsere technologieunabhängige Plattform ermöglicht es, das gesamte Potenzial dieser Modelle auszuschöpfen, ohne jemals Kompromisse bei Vertraulichkeit oder Compliance einzugehen.

Roland Leick
Partner, Geschäftsführer cloudgermany.de GmbH,
Geschäftsführer Rödl IT Operation GmbH

 

Der Weg

Im Mittelpunkt stand die enge Verzahnung von Fachwissen und technischer Expertise. Dieser interdisziplinäre Ansatz gewährleistete, dass die Lösung exakt auf die Anforderungen der täglichen Mandatsarbeit zugeschnitten wurde. Die Umsetzung erfolgte iterativ und auf Basis kontinuierlicher Feedbackschleifen.

Der RÖDL AI Hub wuchs schrittweise: Nach ersten Anwendungen folgten komplexere Use Cases, darunter Agentenszenarien sowie Schnittstellen zu Systemen wie SAP oder der Microsoft Power Platform.

Flankiert wurde die Einführung durch das Schulungskonzept „AI @ RÖDL“, das die Anwendung weltweit in den Arbeitsalltag integrierte. Das Programm reicht heute von grundlegenden Schulungen bis hin zu Expertenformaten und wird kontinuierlich weiterentwickelt.

Die Architektur ermöglicht es nun KI-Agenten, Aufgaben auszuführen und über Schnittstellen direkt mit den Systemen zu interagieren. Im Hintergrund orchestriert die Plattform verschiedenste Sprachmodelle, die lokal in unserer eigenen Infrastruktur gehostet werden. Dadurch können Modelle flexibel je nach Datensensibilität und Anwendungsfall eingesetzt werden.

Seit Anfang des Jahres 2026 arbeiten wir im Zuge der Weiterentwicklung des RÖDL AI Hubs mit dem deutschen KI-Technologieunternehmen neuland.ai AG zusammen. Denn digitale Zukunft entsteht nicht im Alleingang, sondern im Zusammenspiel starker Partner. So bleiben wir unabhängig von internationalen Hyperscalern und sichern unsere Datensouveränität weiter ab.

Durch modulare Lernpfade – von Basic bis Expert – und kontinuierliche Feedback-Loops versetzen wir jede Kollegin und jeden Kollegen in die Lage, den AI Hub und die KI-Agenten nicht nur zu verstehen, sondern gezielt in ihrer täglichen Arbeit einzusetzen. Die Rückmeldungen zeigen, dass unsere Mitarbeitenden den AI Hub aktiv nutzen und die neuen Möglichkeiten in ihren Projekten anwenden.

Anke Führlein
Partnerin,
Head of People & Development

 

Der Footprint

Der RÖDL AI Hub ist heute zentraler Bestandteil unserer Infrastruktur und generiert unmittelbaren Mehrwert. Beispielsweise automatisiert der „Speedy Bot“ im Real-Estate-Bereich zeitintensive Due-Diligence-Prozesse durch intelligentes Crawling und automatisierte Dokumentenerstellung. Das verkürzt Durchlaufzeiten und sichert die Ergebnisqualität. Auch verbessert der Hub das interne Wissensmanagement durch Knowledge-Agents. Weitere Anwendungen zur Unterstützung der Mandatsarbeit befinden sich in Entwicklung.

Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal ist die Kombination aus technologischer Unabhängigkeit und fachlicher Tiefe. Im Gegensatz zu vielen marktüblichen Lösungen ermöglicht die On-Premise-Architektur vollständige Kontrolle über Daten und Systeme. KI-Anwendungen lassen sich so passgenau auf die Mandatsanforderungen zuschneiden. Die flexible Architektur schafft technologische Souveränität, die im Wettbewerbsumfeld wegweisend ist. Der AI Hub steigert die Effizienz und stärkt gleichzeitig die Position unserer Berater als technologieaffine Wegbereiter.

Der Speedy Bot ist für uns im Immobilien- und Rechtsbereich ein echter Game Changer. Durch intelligentes Crawling von Ansprechpartnern sowie die automatisierte Erstellung von Datenabfragen bei Grundbuch und Behörden reduziert er den manuellen Aufwand um 90 Prozent und liefert gleichzeitig konsistente, prüfsichere Ergebnisse. So können wir uns stärker auf die juristische Bewertung und die Verhandlung konzentrieren, während die Datenaufbereitung zuverlässig im Hintergrund erfolgt.

Harald Reitze 
Partner, 
Rechtsanwalt, Attorney at Law 
Praxisgruppenleiter Transaktionen Real Estate

 

Zum Newsletter