Erstellung von Carve-out-Finanzinformationen: Digitalisierung als Schlüssel zum Erfolg
- Carve-outs erfordern eine konsistente und prüfungssichere Datenbasis.
- Digitalisierung reduziert manuellen Aufwand und erhöht die Datenqualität.
- Moderne Software beschleunigt Bilanz-, GuV- und Cashflow-Erstellung.
- Integrierte Planung schafft Transparenz und bessere Entscheidungen.
Herausforderungen aus IT- und Finance-Perspektive
Die Erstellung von Carve-out-Finanzinformationen stellt sowohl die IT als auch den Finanzbereich vor komplexe Herausforderungen. Ziel ist es, aus einer historisch gewachsenen Systemlandschaft konsistente und prüfungssichere Finanzinformationen für einen eigenständigen Unternehmensbereich bereitzustellen. Dabei sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen:
- Fehlende Systemabgrenzung: Der Carve-out-Perimeter ist in der Regel Teil der bestehenden Konzernorganisation. Finanzdaten liegen daher nicht zwingend einem abgrenzten Buchungskreis, Profit Center oder in einem separaten System vor, sondern müssen zunächst eindeutig abgegrenzt bzw. ermittelt werden.
- Heterogene Datenquellen: Relevante Informationen stammen aus unterschiedlichen Systemen wie ERP-, HR-, CRM- oder Procurement-Lösungen und müssen zu einer konsistenten Datenbasis zusammengeführt werden.
- Zuordnung von Bilanzpositionen: Vermögenswerte und Schulden – beispielsweise Sachanlagen, Kundenverträge, Forderungen, Finanzverbindlichkeiten oder Rückstellungen – sind häufig nicht eindeutig einem Geschäftsbereich zugeordnet und müssen anhand definierter Kriterien abgegrenzt werden.
- Abgrenzung der Gewinn- und Verlustrechnung: Umsätze, Materialaufwendungen, Personalkosten sowie interne Leistungsverrechnungen müssen dem Carve-out-Perimeter zugeordnet oder u.a. über geeignete Allokationsschlüssel verteilt werden.
- Erstellung der Kapitalflussrechnung: Da Zahlungsströme häufig über die Muttergesellschaft liefen, müssen die dem Carve-out-Perimeter zuzurechnenden Cashflows für die Kapitalflussrechnung separat abgeleitet werden.
- Hohe Anforderungen an Qualität und Geschwindigkeit: Finanzinformationen müssen innerhalb kurzer Zeit verfügbar, nachvollziehbar und auditfähig sein, um den Anforderungen von Due Diligence, Abschlussprüfern, Investoren oder potenziellen Käufern gerecht zu werden.
- Nachvollziehbarkeit der Abgrenzung: Die Definition des Carve-out-Business sowie die verwendeten Zuordnungs- und Allokationsmethoden müssen dokumentiert und für Investoren, Käufer und Abschlussprüfer nachvollziehbar sein.
Digitalisierung als Schlüssel zum Erfolg
Moderne Datenplattformen wie z.B. Alteryx ermöglichen es, Informationen aus verschiedenen Quellsystemen automatisiert zu extrahieren und in einem zentralen Datenmodell zusammenzuführen.
Vereinfacht dargestellt umfasst dieser Prozess typischerweise:
- Datenextraktion aus den relevanten Quellsystemen
- Zusammenführung der Daten in einem zentralen Datenmodell bzw. Datenwürfel
- Transformation und Anreicherung der Daten
- Validierung und Sicherstellung einer konsistenten Datenbasis
- Übergabe an spezialisierte Financial-Performance-Management-Lösungen wie z.B. Lucanet für Reporting, Konsolidierung und Planung.
Intelligente Datenverarbeitung reduziert manuellen Aufwand
Im Rahmen der Datenaufbereitung kommen verschiedene Transformationsmechanismen zum Einsatz, darunter:
- automatische Zuordnungen anhand von Profitcentern oder Kostenstellen
- indirekte Ableitungen über Buchungslogiken
- Verteilung von Kosten über definierte Schlüssel
- Nutzung von Stammdaten und Hierarchien
- individuelle Transformationsregeln für komplexe Sachverhalte.
Dadurch lassen sich manuelle Excel-Prozesse deutlich reduzieren und gleichzeitig Qualität sowie Nachvollziehbarkeit erhöhen.
Financial-Performance-Management (FPM) – Lösung
Nach Abschluss der Datenaufbereitung werden die Daten in eine Financial-Performance-Management (FPM)-Lösung, wie etwa Lucanet, überführt. Dort lassen sich sämtliche Carve-out-Finanzinformationen zentral erstellen, analysieren und weiterverarbeiten.
Ein mehrdimensionales Datenmodell ermöglicht die detaillierten Auswertungen entlang des gesamten Carve-out-Perimeters. Gleichzeitig können Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Kapitalflussrechnung konsistent erstellt werden. Ergänzt wird dies durch Funktionen für Datenanpassungen, automatisierte Konsolidierung sowie integrierte Planungs- und Forecasting-Funktionen. So entsteht eine transparente, belastbare und auditfähige Finanzberichterstattung als Grundlage für den Carve-Out.
Fazit
Die Erstellung von Carve-out-Finanzinformationen zählt zu den komplexesten Aufgaben im Rahmen von Unternehmenstransaktionen. Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen müssen über unterschiedliche Systeme hinweg identifiziert, abgegrenzt und konsistent dargestellt werden.
Digitalisierung und moderne Softwarelösungen unterstützen diesen Prozess, indem sie die Zusammenführung, Verarbeitung und Bereitstellung der erforderlichen Finanzinformationen erleichtern, manuelle Tätigkeiten reduzieren und Prozesse beschleunigen. Dadurch können Unternehmen die Qualität, Transparenz und Nachvollziehbarkeit ihrer Carve-out-Finanzinformationen verbessern und die Anforderungen von Due Diligence, Abschlussprüfung sowie Käufern und Investoren besser erfüllen.