Veröffentlicht am 25. Juli 2024
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ESG und Herkunftsnachweisregister: Goldene Zeiten für die Fernwärme?

Mit dem Herkunftsnachweisregister für Wärme hat die Bundesregierung im Frühjahr 2024 die Grundlagen für die Dekarbonisierung der Fernwärmewirtschaft vervollständigt. Nachdem zunächst die Kundenseite über das Gebäudeenergiegesetz zur Umstellung auf CO₂-freie Energieträger verpflichtet wurde, hat die Bundesregierung mit dem Wärmeplanungsgesetz Anfang dieses Jahres auch die Vorgaben zur Dekarbonisierungspflicht für die Wärmenetzbetreiber klar definiert.

Mit der Bundesförderung effiziente Wärmenetze wurden zudem im Herbst 2022 klare Investitionsanreize in Kraft gesetzt, die aus Mitteln des Klima- und Transformationsfonds stammen. Auch auf Seiten der Industrie und entsprechender Großkunden wurden mit der Umsetzung der entsprechenden EU-Vorgaben, der Einführung des ESG, der Taxonomie und den Vorgaben aus der Sustainable Finance klare Anreize geschaffen.Die Reduktion des eigenen CO₂-Fußabdrucks wird in den nächsten Jahren hohe Bedeutung für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und nicht zuletzt zur Optimierung der Finanzierungskosten erhalten. Letzteres wird zu einer bedeutenden Nachfrage nach Fernwärme führen, welche den ESG-Kriterien entspricht.

Seit der Einführung des Herkunftsnachweisregisters ist es nun seit Mai dieses Jahres erstmalig möglich, innerhalb eines hydraulisch verbundenen Fernwärmenetzes CO₂-freie Energiemengen direkt zu vermarkten. In diesem neuen Kundensegment regelt Angebot und Nachfrage den Preis. Entsprechend ist die Fernwärmewirtschaft aufgerufen, die Chancen dieser Rahmenbedingungen einzuordnen und in die Zukunftsstrategie einzuarbeiten. So könnten solche Produkte beispielsweise eine Grundlage bilden, um bisher unwirtschaftliche Netzerweiterungen wirtschaftlich tragfähig umzusetzen oder das Ergebnis der Wärmesparte weiterzuentwickeln. Bei der genaueren Betrachtung der Rahmenbedingungen ergeben sich auch eine Reihe von Fragestellungen, die im Rahmen der hier angekündigten Veranstaltung bearbeitet werden sollen. Gerne können Sie auf uns zukommen, um weitere Schritte zu besprechen.

Am 28. November 2024 planen wir in München eine Veranstaltung zum Thema „ESG-Anforderungen als Chance begreifen – „Grüne“ Produkte in der Fernwärme richtig kalkulieren”. Wir würden uns freuen, Sie als Teilnehmer zu begrüßen.