Fremdwährungssicherung – Der Einsatz von Sicherungsgeschäften
Für die Minimierung oder Vermeidung der Fremdwährungsrisiken besteht die Herausforderung zum einen darin, eine wirtschaftlich sinnvolle Sicherungsstrategie auszuarbeiten und sie zum anderen auch entsprechend im Jahresabschluss abzubilden. Eine sinnvolle und umsetzbare Währungssicherungsstrategie zu entwickeln stellt viele betroffene Unternehmen vor eine entsprechende Herausforderung. Um das bewältigen zu können, muss zunächst Klarheit darüber bestehen, aus welchen Transaktionen welche Art und in welchem Umfang Fremdwährungsrisiken entstehen. Diese Risiko-Inventur bildet dann die Basis für eine für den jeweiligen Einzelfall passende Sicherungsstrategie und sollte v.a. unter Berücksichtigung eines ausgewogenen Grads an Kosten und Nutzen der Absicherung erfolgen. Dafür kommen sowohl eine „natürliche Sicherung“ durch gegenläufige Währungsströme in Frage, als auch der Einsatz von Derivaten.
Unabhängig von der Entscheidung über die Art der Absicherung, ist in jedem Fall ein detailliertes Verständnis über deren Wirkungsweise unabdingbar. Insbesondere beim Einsatz von Derivaten zeigt sich in der Praxis immer wieder, dass die Anforderung nicht durchgängig erfüllt ist. V.a. durch den Abschluss von komplexen Derivaten entstehen oft über den eigentlichen Sicherungszweck hinausgehende Chancen und Risiken.
Bilanzielle Abbildung
Neben der betriebswirtschaftlichen Sichtweise stellt sich spätestens mit Beginn einer Sicherungsbeziehung die Frage nach deren bilanzieller Abbildung. Sowohl nach dem Handelsrecht als auch nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) gibt es eine Reihe von Vorschriften und Grundsätzen, die zu beachten sind.
Unabhängig von den angewandten Rechnungslegungsgrundsätzen müssen das Grund- und Sicherungsgeschäft in jedem Fall über vergleichbare Risiken verfügen. Nur so ist sichergestellt, dass die Sicherungsbeziehung auch wirklich geeignet für den beabsichtigten Zweck ist. Die kombinierte Wirkung führt dazu, dass bspw. jegliches Währungsänderungsrisiko oder nur Kursverluste abgesichert werden.
Besonders im Zusammenhang mit Währungssicherungsgeschäften tritt in der Praxis immer wieder das Problem auf, dass für Sicherungsgeschäfte keine Standardderivate, sondern komplexe Derivate verwendet werden. Ihr Einsatz verlangt einerseits ein sehr genaues Verständnis über die jeweilige Wirkungsweise. Andererseits ist deren Einsatz und ihre Notwendigkeit in jedem Fall nochmals zu hinterfragen. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass ein geeignetes Sicherungsgeschäft vorliegt.
Zusätzlich ist unbedingt die Wirksamkeit bzw. Effektivität der Sicherungsbeziehung zu überprüfen. Grundgeschäft und Sicherungsinstrument müssen derart aufeinander abgestimmt sein, dass bei einer gleichgerichteten Veränderung eines Einflussfaktors eine zwangsläufige Kompensation des Risikos durch das gegenläufige Geschäft stattfindet. Für den Effektivitätsnachweis sind meist mathematische Berechnungen notwendig, bei denen eine Modellierung und Bewertung von Derivaten verlangt werden. Das erforderliche finanzmathematische Wissen sowie der Zugriff auf Zins- und Währungskursdaten stellen für die Unternehmen in der Praxis eine entsprechende Hürde bei der Umsetzung der Bilanzierung dar, die frühzeitig aus dem Weg geräumt werden sollten. Die damit verbundenen Kosten sollten bereits bei der Entwicklung einer effizienten Sicherungsstrategie berücksichtigt werden.
Fazit
Zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken sind wirtschaftlich sinnvolle Sicherungsgeschäfte auszuwählen. Dazu muss ein genaues Verständnis über deren Wirkungsweise vorhanden sein. Zusätzlich sind für die Bilanzierung weitere Anforderungen zu erfüllen, die zeitnah erörtert werden müssen. Der damit verbundene Aufwand darf nicht unterschätzt werden.