Glasfaserausbau 2025 – Kooperieren, aktivieren, profitieren
Die jüngst vorgestellte BREKO-Marktstudie vermeldet einen erfreulichen Nachfrageimpuls: Allein im laufenden Jahr kamen 1,4 Millionen neue Glasfaserkunden hinzu, was einer Steigerung der aktiv genutzten Anschlüsse um 27 % auf 6,6 Millionen entspricht. Diese positive Dynamik ist ein deutliches Signal dafür, dass der Markt anzieht und der Ausbau zunehmend Früchte trägt.
Doch die Studie darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Weg zur flächendeckenden Nutzung noch weit ist. Laut der aktuellen Deloitte-Befragung würden 39 % der Haushalte selbst bei verfügbarem Glasfaseranschluss ihren bestehenden Vertrag behalten. Gründe dafür sind Zufriedenheit mit dem Status quo, fehlendes Wissen über die Vorteile der Glasfaser und Preissensitivität.
Die aktuelle Studienlage zeigt also: Obwohl der Ausbau deutlich voranschreitet und nicht nur im Bereich Homes Passed, sondern insbesondere auch bezüglich der Homes Activated – also „echter“ Glasfaser-Kunden – deutliche Erfolge erzielt wurden, bleibt einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten. Denn der potenzielle Kundenstamm blickt nur sehr zögerlich in Richtung Glasfaser.
Für die Telekommunikationsunternehmen ist die Take-Rate der entscheidende Faktor in den Businesscases, denn jede zusätzliche Aktivierung steigert die Erlöse und verbessert somit die Wirtschaftlichkeit des Netzes. Um einen wirtschaftlich attraktiven Hochlauf der Take-Rate zu erzielen, bedarf es gezielter Maßnahmen. Dazu gehören aufklärende Marketing Kampagnen, die nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch „Soft Facts“ wie Stabilität, Zukunftsfähigkeit und Energieeffizienz der Glasfaser betonen. Die Deloitte-Studie zeigt jedoch auch die Preissensitivität der Kunden. Überzeugen können faire Tarife, zeitlich begrenzte Aktionspreise und Bündelangebote (etwa Internet plus Stromtarif oder Smart Home Pakete). Wichtig ist zudem ein positives Kundenerlebnis: persönliche Beratung, transparente Prozesse und Unterstützung bei der Inhouse Installation erhöhen die Bereitschaft zum Wechsel.
In der BREKO-Marktstudie weist der Verband darauf hin, dass für den Verlauf der Take-Rate auch Kooperationen zwischen Netzbetreibern eine zentrale Rolle spielen: Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen ist bereits mindestens einer Zusammenarbeit beigetreten, um Kosten zu teilen, komplementäre Kompetenzen zu nutzen und insbesondere auch, um die Netzauslastung zu erhöhen. Kooperationen reichen dabei von offenen Netzplattformen bis zu gemeinsamen Investitionsgesellschaften.
Die Telekommunikationsunternehmen haben also verschiedene Möglichkeiten, die Take-Rate zu beeinflussen. Untätigkeit ist in jedem Fall keine Option. Schließlich kostet der Anschluss eines Haushalts der BREKO-Marktstudie nach zwischen 1.600 € und 3.900 € – Kosten, denen ein Erlös gegenübergestellt werden sollte!
RÖDL begleitet seit vielen Jahren kommunale und private Telekommunikationsunternehmen bei der Konzipierung und Umsetzung ihrer Glasfaserprojekte. Gerne unterstützen wir auch Sie bei ihrem Weg in die Kommunikation mit Lichtgeschwindigkeit!