Glückliche/zufriedene Mitarbeiter – Die entscheidende Herausforderung für das Management und die Vorgesetzten
Ende Oktober lag die Arbeitslosenquote in Deutschland mit 4,9 Prozent auf dem niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. Darin spiegelt sich auch eine dramatische Fachkräfteknappheit. Demografisch bedingt wird sie in den nächsten Jahren noch zunehmen. Unternehmen, die nicht (auch) das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter im Auge haben, werden zunehmend das Nachsehen am Arbeitsmarkt haben. Oder, um mit Gorbatschow zu sprechen: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.”
Was Glück ist (subjektives Wohlbefinden)
Eine glückliche Person erfreut sich häufig (leicht) positiver Gefühle und erfährt seltener negative Gefühle im Hier und Jetzt und sie ist mit ihrem Leben in hohem Maße zufrieden, verfolgt also für sich sinnvolle Lebensziele. Dauerhaftes Glück erfordert, dass wir den Weg genießen, der uns zu einem lohnenswerten Ziel führt. Es geht darum, dass wir uns wohlfühlen mit bzw. in unserem Leben. Dieses Gefühl ist weltweit für alle gleich.
Ansatzpunkte für Unternehmen
Wollen die Unternehmen das subjektive Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter steigern, so sollten sie sich am sog. „2-Säulen-Konzept” (Glücksstrategie zur Steigerung des subjektiven Wohlbefindens) orientieren.
Säule 1 befasst sich mit einer Sensibilisierung der Mitarbeiter. Es geht also darum, die i.d.R. wenig greifbaren Vorstellungen von Glück, von einem glücklichen und zufriedenen Leben im Lichte der Erkenntnisse der Glücksforschung zu sortieren und zu vererden: Was ist Glück (Wohlbefinden)? Was bringt Glücklichsein? Was sind die Glücksfaktoren? Welche Bedeutung haben Arbeit und Geld? Welche konkreten Ansatzpunkte gibt es für den Einzelnen (Glücksaktivitäten)? Dahinter steht die Erkenntnis, dass der entscheidende Schlüssel für ein glückliches / zufriedenes Leben letztlich bei jedem selbst liegt.
In Säule 2 geht es darum, dass das Unternehmen kritisch hinterfragt, inwieweit die Voraussetzungen für Wohlbefinden im Unternehmen verbessert werden können und müssen. Hier geht es um die Art der Führung, die Art der Arbeitsplatzgestaltung und um eine lebbare Work-Life-Balance. Zentral ist die Art der Führung. Es geht um ethische und sozial kompetente Führung. Ethische Führung lässt sich auch mit der „Goldenen Regel” ausdrücken, wonach man andere so behandeln sollte, wie man selbst gerne von ihnen behandelt werden möchte.