Veröffentlicht am 1. April 2026
Lesedauer ca. 2 Minuten

Haushaltskonsolidierung – Anpassungsmöglichkeiten durch Systemanalysen eröffnen

  • Wesentliche Kennzahlen bezogen auf die Fallzahlen und Stellenanteile pro Produkt verglichen
  • Auffälligkeiten werden auch im Quervergleich eingeordnet
Thomas Seitz
Partner
Diplom-Betriebswirt (FH)
Florian Moritz
Partner
Diplom-Kaufmann
Kommunen haben ihre Haushaltswirtschaft nicht nur so zu führen, dass eine stetige Aufgabenerfüllung gesichert ist. Sie müssen ihre Haushaltswirtschaft bereits so planen, dass das Ergebnis aus ordentlichen Erträgen und ordentlichen Aufwendungen unter Berücksichtigung von Fehlbeträgen aus Vorjahren ausgeglichen werden soll.

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Die allgemeinen Haushaltsgrundsätze und die Planungs­grundsätze fordern eine realistische, nachvollziehbare und risikobewusste Planung.

Im Kern ist eine sorgfältige und realitätsnahe Schätzung von Erträgen/Aufwendungen notwendig. Versteckte Planungs­puffer in Form von Sicherheitsaufschlägen durch eine systematisch pessimistische Planung stehen einer sorgfälti­gen Schätzung entgegen und haben negative Auswirkungen. Einerseits kommt es auf Produktebene zu Fehlallokationen, wenn Budgets auf veralteten Annahmen verteilt werden und andererseits können versteckte Planungspuffer bei den Aufwendungen entscheidend dazu beitragen, dass der geplante Haushaltsausgleich nicht erreicht wird.

Gerade für Kommunen in der Haushaltskonsolidierung empfiehlt sich daher eine begleitende systematische Plan-Ist-Analyse als „Quick Win” auf dem Weg zum ausgegli­chenen Haushalt, denn auch dadurch kann der Konsolidie­rungsbedarf gesenkt werden.

Wir nutzen dazu die PIE10-Analyse, die Baustein eines HSK-Projekts sein kann oder auch solitär durchgeführt werden kann.

1. Plan-Ist-Effizienz-Analyse PIE10

Anhand historischer Daten der vergangenen 10 Jahre werden systematisch sämtliche Ertrags- und Aufwandsarten je Produktbereich analysiert und systematische positive oder negative Abweichungen als Heatmap dargestellt.

Rödl: Bias-Hotspots im Plan-Ist-Abgleich, Haushaltskonsolidierung

So können unter anderem überhöhte Sachaufwände ermittelt werden.

2. Vertiefende Abweichungstreiber­analyse

Die vergleichsweise hohen Abweichungen werden weiterge­hend analysiert, ob die Plan-Ist-Differenzen auf Leistungs­mengenveränderungen, einmalige tarifliche Effekte, Verände­rungen beim Personal oder Sondereffekte beim Energieaufwand oder im Kontext der bereitzustellenden Eigenmittel für Förderungen zurückzuführen sind.

3. Modifizierte Planung

Anhand der Erkenntnisse wird die Planung so angepasst, dass der bisherige Sicherheitszuschlag reduziert oder sogar vollständig eliminiert wird. Das Ergebnis gegenüber der ursprünglichen Planungslogik wirkt unmittelbar als Konsolidie­rungsbeitrag. Dabei achten wir darauf, dass die Haushaltsbe­wirtschaftung über die Gesamtverwaltung möglich bleibt. Zur nachhaltigen Sicherung der Effekte bietet es sich regelmäßig an, den Haushaltsplanungsprozess zu modifizieren und um qualitative Elemente zu ergänzen. Auf diese Art und Weise schaffen Sie den Sprung von einer Einmalbefassung zur erhöhten Planungsqualität. Jederzeit im Blick bleiben dabei systematisch identifizierte und bewertete Finanzrisiken.

Vergleichsdaten / HH

Neben der Haushaltsstrukturanalyse, die Zuschussbedarfe für den Haushalt nach Produkten darstellt und Grundlage für die Produktanalyse ist, ist der interkommunale Vergleich pro Produkt eine hilfreiche Ergänzung zur Eröffnung von Qualitätsdiskussionen.

In einer Basisanalyse werden folgende Kennzahlen je Produkt verglichen:

  • Erträge je Einwohner
  • Aufwendungen je Einwohner
  • Ergebnisse je Einwohner und Kostendeckungsgrad

In einer vertiefenden Analyse können zudem wesentliche Kennzahlen bezogen auf die Fallzahlen und Stellenanteile pro Produkt verglichen und Steuerungshebel offengelegt werden.

Auffälligkeiten wie hohe Kosten je Einwohner, ungewöhnliche Transferaufwendungen oder schlechter Kostendeckungsgrad werden auch im Quervergleich eingeordnet. Daraus lassen sich unmittelbar Hinweise auf ineffiziente Strukturen oder überdurchschnittliche Standards finden. Unsere Vergleichsdatenbank zieht für den interkommunalen Vergleich dabei auch nur Kommunen heran, die nach Größe, Rechts- und Förderrahmen sowie Aufgabenstruktur strukturell vergleichbar sind. Außerdem werden unterschiedliche Produktzuschnitte und sonstige Besonderheiten im Vergleich berücksichtigt.

Die Ergebnisse sind Diskussionsgrundlage für Verwaltungsspitze und Politik, wo z.B. überdurchschnittliche Aufwendungen vorliegen und ob das mit der kommunalen Schwerpunktsetzung, z.B. Kultur, Sport, ÖPNV, im Einklang ist.
Der interkommunale Vergleich ist dabei eine Ergänzung in der Analyse, um die eigene Produktanalyse gezielt zu unterstützen.

Sie wollen mehr Transparenz über Ihren Haushalt erlangen? Sprechen Sie uns an.

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