Höhere Produktivität durch KI – die Zukunft der Steuerabteilungen
Es gibt aber einen weiteren Grund für die schwächelnde Wirtschaft, der veränderbar ist und seltener genannt wird: kaum Produktivitätswachstum. Die Produktivität misst das reale BIP pro Erwerbstätigenstunde. Steigende Produktivität bedeutet, dass mit gleichem Einsatz von Arbeit und Kapital mehr produziert wird.
Das Problem der deutschen Unternehmen ist, dass ihre HR-, Controlling-, Rechnungswesen-, Rechts- und Steuerabteilungen seit den 1990er-Jahren kaum produktiver geworden sind. Die geringen Produktivitäts-zuwächse vieler indirekten Bereiche resultieren aus deren geringen Digitalisierungsfortschritten. Zur Verteidigung der Steuerabteilungen muss gesagt werden, dass das Steuerrecht seit vielen Jahren eine Dauerbaustelle ist, die Produktivitätszuwächse durch Standardisierungen erschwert hat. Aufgrund der Fähigkeiten von Generativer KI wird die hohe Komplexität des Steuerrechts aber schnell vom Argument zur Ausrede gegen Produktivitätszuwächse in Steuerabteilungen degradiert.
Da für steuerliche Aufgaben häufig umfangreiche Texte analysiert und verfasst werden müssen, profitieren Steuerabteilungen von Generativer KI stark. Der Weg zu mehr Produktivität mit Generativer KI umfasst die folgenden Schritte:
KI-Kompetenz
Mindestens eine Person auf Leitungs- und Arbeitsebene von Steuerabteilungen sollte über Praxiserfahrungen mit dem Prompt Engineering, Anwendungsfällen für Generative KI, Vor- und Nachteilen der wichtigsten Sprachmodelle und Datenschutz verfügen.
Partnerschaftliche Zusammenarbeit der Steuer- und IT-Abteilungen
Steuerabteilungen definieren die benötigten Daten und Analysen. IT-Abteilungen legen die Datenquellen fest und betreiben bzw. erweitern die Infrastruktur. Basierend auf diesen eindeutigen Rollenzuweisungen arbeiten Steuer- und IT-Abteilungen von Anfang an zusammen, um die unterschiedlichen Fähigkeiten zu integrieren. Somit können IT-Abteilungen beispielsweise auf bereits verfügbare Technologien und Fähigkeiten hinweisen, die nicht zugekauft werden müssen.
Rapid Prototyping
In Workshops mit der Steuer- und der IT-Abteilung werden Automatisierungspotenziale und verfügbare Daten identifiziert sowie erste Prototypen der KI-Lösungen erstellt.
Sandbox
Steuerabteilungen müssen Prototypen der KI-Lösungen schnell und benutzerfreundlich auf einer KI Plattform erstellen und testen können. Diese Sandboxes sollten Schnittstellen zu Sprachmodellen unterschiedlicher KI-Anbieter, zu Datenbankstrukturen wie auf Microsoft SharePoint, zu Normen und Urteilen bzw. zu Verlagswissen umfassen sowie die
Kombination von mehreren KI-Bots zu Workflows unterstützen. Erfolgreiche Prototypen überführen Steuer- und IT-Abteilungen gemeinschaftlich von der Sandbox in den Produktivbetrieb.
Die Steuerberatung von RÖDL verwendet beispielsweise die folgenden KI-Lösungen. Mandanten können die Prototypen in unserer Sandbox fiskus.ai testen.
Umberto Umsatzsteuer beantwortet Detailfragen zum Umsatzsteuergesetz, zum Umsatzsteueranwendungserlass und zur Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung. Donald DAC gibt eine begründete Indikation aus, ob (Steuer-)Gestaltungen dem BZSt gemäß DAC 6 mitgeteilt werden müssen. Spalten-Spencer nimmt Dokumente auf SharePoint entgegen, legt in Abhängigkeit des Dokumententyps Spalten in diesem SharePoint an und befüllt die Zeilen mit den Daten aus den Dokumenten. Das Betriebsstätten-Orchester beurteilt Sachverhalte zu Betriebsstätten zunächst mit dem DBAKommentar von Schönfeld/Ditz, anschließend mit dem Betriebsstätten-Handbuch von Wassermeyer/Andresen/Ditz und vergleicht die Kommentarmeinungen zuletzt.

