KI und Digitalisierung in der Wasserwirtschaft: Aktuelle Entwicklungen aus der Praxis
- KI steigert Effizienz in der Wasserwirtschaft durch intelligente Steuerungssysteme.
- Digitale Lösungen ermöglichen frühzeitige Erkennung und Bewertung von Netzproblemen.
- IT-Sicherheit wird durch Vernetzung kritischer Infrastrukturen zunehmend essenziell.
- Umsetzung digitaler Lösungen scheitert oft an Daten, Standards und Ressourcen.
Klimawandel, alternde Infrastruktur und der Fachkräftemangel erhöhen den Handlungsdruck in der Wasserwirtschaft. Vor diesem Hintergrund gewinnen digitale Werkzeuge und KI-Anwendungen zunehmend an Bedeutung.
Aktuelle Anwendungsfelder der KI
Ein zentrales Einsatzgebiet ist die Überwachung von Infrastrukturen. Intelligente Sensoren erfassen beispielsweise den Zustand von Abwassernetzen in Echtzeit und erkennen Auffälligkeiten frühzeitig. KI-gestützte Systeme können den Zustand von Kanälen automatisiert bewerten – eine Aufgabe, die bislang stark auf manuelle Auswertung und Expertenwissen angewiesen war.
Gerade in Bereichen mit großen Datenmengen und wiederkehrenden Auswertungen bieten sich erhebliche Potenziale. Gleichzeitig können digitale Lösungen Fachkräfte entlasten und helfen, vorhandene Ressourcen gezielter einzusetzen.
IT-Sicherheit als zentrale Voraussetzung
Mit der Vernetzung wächst die Angriffsfläche. Wasserwirtschaft ist kritische Infrastruktur – manipulierte Steuerungssysteme können unmittelbare Folgen für Millionen Menschen haben. Die DWA adressierte dieses Spannungsfeld auf der IFAT mit einer eigenen IT-Sicherheits-Session. Ein strukturelles Signal setzte die auf der IFAT unterzeichnete Kooperation zwischen DVGW und dem Kompetenzzentrum Digitale Wasserwirtschaft: Gemeinsam sollen technische Regelwerke für den sicheren digitalen Branchenbetrieb entstehen.²
Vom Pilotprojekt zur flächendeckenden Anwendung
Während viele digitale Lösungen ihre technische Praxistauglichkeit bereits unter Beweis gestellt haben, liegt die eigentliche Herausforderung in der breiten Umsetzung im Versorgungsalltag. Insbesondere kleinere und mittlere Versorger stehen hier vor Hürden: fehlende Datenstandards, heterogene IT-Strukturen und begrenzte personelle Ressourcen.
Hinzu kommt ein grundlegendes Thema: KI-Anwendungen sind auf qualitativ hochwertige und konsistente Daten angewiesen. In vielen Fällen müssen diese Datenbestände jedoch erst aufgebaut werden – ein Prozess, der Zeit und Investitionen erfordert.
Neben technischen Fragen spielen insbesondere Datenqualität, IT-Sicherheit, Finanzierung und Personalressourcen eine zentrale Rolle. Für viele Versorgungsunternehmen wird es daher entscheidend sein, die Digitalisierung schrittweise und mit einer klaren Strategie voranzutreiben.
RÖDL unterstützt Sie dabei – von der Kritis- und NIS-2-Beratung über Wirtschaftlichkeitsanalysen bis zur rechtssicheren Umsetzung. Für einen fachlichen Austausch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
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