Veröffentlicht am 30. Januar 2026
Lesedauer ca. 1 Minute

Klimakosten in der Wasserversorgung – welche Erkenntnisse liefert die neue Studie von DVGW und BDEW

  • Klimawandel treibt 7–30 % der Investitionen in Wasserversorgungssysteme
  • Mehrkosten durch Spitzenlasten, Leitungsanpassungen, Genehmigungen & Klimaschutzmaßnahmen
  • Schutz vor Hochwasser und Trinkwasserbelastungen erfordert zusätzliche Investitionen
  • Staatliche Förderung und strategische Planung für klimaresiliente Versorgung notwendig
Florian Moritz
Partner
Diplom-Kaufmann
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Der Klimawandel verursacht heute schon erhebliche Zusatzbelastungen für die öffentliche Wasserversorgung. Mit der jüngst veröffentlichten gemeinsamen Klimakosten-Pilotstudie von DVGW und BDEW liegt erstmals eine Quantifizierung der klimainduzierten Investitionen in der deutschen Wasserversorgungsinfrastruktur vor. Die Ergebnisse sind für Kommunen, Stadtwerke und Fernwasserversorger gleichermaßen relevant.

Erhebliche Mehrinvestitionen durch Klimafolgen

Die Studie untersucht exemplarisch vier strukturell unterschiedliche Wasserversorger – vom großen städtischen Einspartenunternehmen über einen Fernwasserversorger bis hin zu Stadtwerken im urbanen und ländlichen Raum. Das Ergebnis zeigt, dass zwischen 7 und 30 % der Gesamtinvestitionen dieser Unternehmen bereits heute klimawandelbedingt sind.

Die Studie identifiziert dabei mehrere zentrale Treiber der steigenden Klimakosten:

  1. Zunehmend schwankende Lastanforderungen
    Längere Trockenperioden führen zu höheren Spitzenlasten im Sommer, was in vielen Versorgungssystemen teure Netzverstärkungen, Speicherkapazitäten und Anpassungen erfordert.
  2. Bautechnische Anpassungen zur Temperaturstabilität
    Tiefere Leitungsverlegungen, bessere Isolierung von Behältern oder Maßnahmen zur Einhaltung niedriger Trinkwassertemperaturen werden zunehmend notwendig.
  3. Aufwendigere Planungs- und Genehmigungsverfahren
    Gestiegene Klimaschutzanforderungen, EU-Taxonomie-Regeln und erweiterte Umweltverträglichkeitsprüfungen verlängern Prozesse und erhöhen Kosten.
  4. Energieeffizienz- und Emissionsminderungsmaßnahmen
    Investitionen in Photovoltaik, Abwärmenutzung oder effizientere Pumpensysteme werden zu entscheidenden Komponenten moderner, resilienter Wassersysteme.
  5. Hochwasser- und Trinkwasserschutz
    Extremwetterereignisse erfordern zusätzliche Schutzmaßnahmen, die bereits heute signifikante Kosten verursachen.

Bewältigung als Gemeinschaftsaufgabe

Die Pilotstudie macht deutlich, dass die Versorgungsunternehmen bereits heute viel tun, um ihre Systeme klimaresilient auszubauen. Gleichzeitig unterstreichen DVGW und BDEW in ihrer Pressemeldung, dass die Finanzierung dieser erheblichen Zusatzlasten nicht allein von den Versorgern aufgebracht werden können. Sie fordern daher eine Neubewertung des staatlichen Förderrahmens.

Versorger sollten ihre strategische Investitionsplanung stärker auf Klimarisiken ausrichten und die Finanzierungslage dabei ebenso in den Blick nehmen. Auch eine stetige Öffentlichkeitsarbeit wird wichtiger, um die Notwendigkeit und Dimension der langfristig notwendigen Maßnahmen transparent zu machen und Folgen für die Wassergebühren bzw. -preis zu frühzeitig zu kommunizieren.

Aus dem Newsletter „Wasser Kompass“