Klimakosten in der Wasserversorgung – welche Erkenntnisse liefert die neue Studie von DVGW und BDEW
- Klimawandel treibt 7–30 % der Investitionen in Wasserversorgungssysteme
- Mehrkosten durch Spitzenlasten, Leitungsanpassungen, Genehmigungen & Klimaschutzmaßnahmen
- Schutz vor Hochwasser und Trinkwasserbelastungen erfordert zusätzliche Investitionen
- Staatliche Förderung und strategische Planung für klimaresiliente Versorgung notwendig
Erhebliche Mehrinvestitionen durch Klimafolgen
Die Studie untersucht exemplarisch vier strukturell unterschiedliche Wasserversorger – vom großen städtischen Einspartenunternehmen über einen Fernwasserversorger bis hin zu Stadtwerken im urbanen und ländlichen Raum. Das Ergebnis zeigt, dass zwischen 7 und 30 % der Gesamtinvestitionen dieser Unternehmen bereits heute klimawandelbedingt sind.
Die Studie identifiziert dabei mehrere zentrale Treiber der steigenden Klimakosten:
- Zunehmend schwankende Lastanforderungen
Längere Trockenperioden führen zu höheren Spitzenlasten im Sommer, was in vielen Versorgungssystemen teure Netzverstärkungen, Speicherkapazitäten und Anpassungen erfordert. - Bautechnische Anpassungen zur Temperaturstabilität
Tiefere Leitungsverlegungen, bessere Isolierung von Behältern oder Maßnahmen zur Einhaltung niedriger Trinkwassertemperaturen werden zunehmend notwendig. - Aufwendigere Planungs- und Genehmigungsverfahren
Gestiegene Klimaschutzanforderungen, EU-Taxonomie-Regeln und erweiterte Umweltverträglichkeitsprüfungen verlängern Prozesse und erhöhen Kosten. - Energieeffizienz- und Emissionsminderungsmaßnahmen
Investitionen in Photovoltaik, Abwärmenutzung oder effizientere Pumpensysteme werden zu entscheidenden Komponenten moderner, resilienter Wassersysteme. - Hochwasser- und Trinkwasserschutz
Extremwetterereignisse erfordern zusätzliche Schutzmaßnahmen, die bereits heute signifikante Kosten verursachen.
Bewältigung als Gemeinschaftsaufgabe
Die Pilotstudie macht deutlich, dass die Versorgungsunternehmen bereits heute viel tun, um ihre Systeme klimaresilient auszubauen. Gleichzeitig unterstreichen DVGW und BDEW in ihrer Pressemeldung, dass die Finanzierung dieser erheblichen Zusatzlasten nicht allein von den Versorgern aufgebracht werden können. Sie fordern daher eine Neubewertung des staatlichen Förderrahmens.
Versorger sollten ihre strategische Investitionsplanung stärker auf Klimarisiken ausrichten und die Finanzierungslage dabei ebenso in den Blick nehmen. Auch eine stetige Öffentlichkeitsarbeit wird wichtiger, um die Notwendigkeit und Dimension der langfristig notwendigen Maßnahmen transparent zu machen und Folgen für die Wassergebühren bzw. -preis zu frühzeitig zu kommunizieren.