Liquiditätsplanung und -steuerung bei Versorgungsunternehmen mit Agicap
- IT gestützte Liquiditätsplanung wird für Versorger strategisch entscheidend
- StaRUG und IDW S 16 erhöhen Anforderungen an die Krisenfrüherkennung
- Manuelle Tools sind fehleranfällig, Echtzeittransparenz fehlt häufig
- Agicap ermöglicht digitale und proaktive Liquiditätssteuerung
Ein zentraler Aspekt der Unternehmenssteuerung ist ein unterjähriges, IT-gestütztes Liquiditätsmanagement, das bei den Versorgungsunternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Treasury-Plattform Agicap bietet eine innovative Lösung für die digitale und effiziente Umsetzung der Liquiditätsplanung und -steuerung in Ihrem Unternehmen.
Aktuelle Herausforderungen von Versorgungsunternehmen
Die Energiewirtschaft befindet sich aktuell in einer Phase tiefgreifender Veränderungen, die Stadtwerke und Energieversorger vor erhebliche strategische und operative Herausforderungen stellen.
Wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten
Die anhaltende wirtschaftliche Wachstumsschwäche sowie zunehmende geopolitische Spannungen erschweren eine verlässliche Planung. Unternehmen sind gezwungen, ihre Finanzierungsstrategien und Reportinginstrumente flexibel anzupassen, um auf volatile Märkte und unvorhersehbare Entwicklungen reagieren zu können.
Ergebnissituation unter Druck
Die Margen vieler Versorgungsunternehmen geraten zunehmend unter Druck – insbesondere auch im Bereich der Strom- und Gasverteilnetze. Ursache hierfür sind unter anderem die stark gestiegenen Kosten, die im bestehenden Regulierungsrahmen nicht kompensiert werden. Auch mittelfristig wird die Ergebnissituation im Bereich der Strom- und Gasverteilnetze aufgrund der mit Abschluss des NEST-Prozesses verabschiedeten neuen regulatorischen Rahmenbedingungen in der 5. Regulierungsperiode voraussichtlich angespannt bleiben.
Hohe Investitionen und restriktivere Kreditvergabeprozesse
Die Energiewende und der Ausbau der Netzinfrastruktur erfordern enorme Investitionen. Zusätzlich zu den damit einhergehenden Kapitalbedarfen ist in den vergangenen Jahren die Verschuldung vieler Versorgungsunternehmen deutlich angestiegen. Auch die Kreditvergabeprozesse von Banken sind in Anbetracht dieser Entwicklungen deutlich restriktiver ausgestaltet als in der Vergangenheit. In Kombination mit der eingetrübten wirtschaftlichen Situation vieler Versorger erhöht dies den Druck auf die Liquidität und erschwert die Finanzierung zukünftiger Investitionsvorhaben.
Technologische Herausforderungen
Viele Versorgungsunternehmen kämpfen weiterhin mit mangelnder Automatisierung und isolierten IT-Systemen. Diese Fragmentierung führt zu einer reaktiven statt proaktiven Unternehmenssteuerung und hemmt die digitale Transformation, die von großer Bedeutung für Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit ist. In den historisch gewachsenen Systemlandschaften der Unternehmen wurde das Thema Liquidität bei der Weiterentwicklung der IT-Systeme oftmals vernachlässigt. Demnach sind oft keine entsprechenden Schnittstellen zum Rechnungswesen bzw. Controlling vorhanden.
Regulatorische Anforderungen
Mit dem Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen (StaRUG) steigen die Anforderungen an Sanierungs- und Restrukturierungsprozesse erheblich. Dies erfordert eine präzisere Unternehmenssteuerung und ein frühzeitiges Erkennen von Risiken.
Ende 2025 hat das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) zu dem Thema einen neuen Standard veröffentlicht (IDW S 16: Neuer Standard zur Krisenfrüherkennung auch im Mittelstand). Die Kernaussage des Standards: Die Anforderungen des StaRUG lassen sich durch eine adäquate Unternehmensplanung und einen strukturierten Planungsprozess erfüllen. Als Minimalanforderung für kleine und mittelständische Unternehmen zur Erfüllung der Anforderungen des StaRUG ist im IDW S 16 eine reine Liquiditätsplanung vorgesehen.
Aufgrund der beschriebenen Herausforderungen, mit denen die Versorgungsunternehmen aktuell und zukünftig konfrontiert sind, ist die unterjährige, IT-gestützte Liquiditätsplanung und -steuerung für Versorgungsunternehmen wichtiger denn je. Wir empfehlen Ihnen, einen standardisierten und kontinuierlichen Liquiditätsplanungs- und -steuerungsprozess zu etablieren. Nur so können frühzeitig Maßnahmen ergriffen werden, um die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens zu gewährleisten und gleichzeitig keine unnötig hohen Liquiditätsreserven vorzuhalten, die die Profitabilität ggf. negativ beeinträchtigen. Liquide Mittel sind (wieder) eine wertvolle Ressource und müssen aktiv überwacht und gesteuert werden.
Zentrale Herausforderungen bei der Liquiditätsplanung
Bei der Erstellung und Implementierung einer unterjährigen, IT-gestützten Liquiditätsplanung sind Unternehmen regelmäßig mit den folgenden zentralen Herausforderungen konfrontiert:
1. Ungenaue Cashflow-Prognosen
Die Qualität der Prognosen hat maßgeblichen Einfluss auf Investitionsmöglichkeiten und Finanzierungskosten des Unternehmens. Die bestehenden Liquiditätsplanungen bilden allerdings oft nur einen Teil der relevanten Zahlungsströme ab. Zudem ist die Granularität der Planung oftmals auf Monate oder Wochen begrenzt und lässt keine Rückschlüsse auf zwischenzeitliche Liquiditätsspitzen oder -engpässe zu.
2. Technische Limitation bestehender Tools
Bestehende Planungslösungen beruhen meist auf manuellen Tabellen, ohne nahtlose Integration in ERP-Systeme oder Plan-Bilanz bzw. Plan-GuV. Dieser Umstand verursacht einen hohen Pflegeaufwand und verzögert Aktualisierungen. Vermögens-, Finanz- und Ertragspläne sind häufig inkongruent, was Plausibilitätslücken und Interpretationsprobleme erzeugt. Unterjährige Spitzen zwischen Planstichtagen bleiben oft unentdeckt (z. B. aufgrund variierender Zahlungsströme von Kunden).
3. Fehlende Echtzeit-Visualisierung/Aktualität der Daten
Selbst erstellte Tabellen dominieren nach wie vor die Berichterstattung. Tages- oder wochenaktuelle Liquiditätsplanungen bilden häufig noch die Ausnahme. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach entsprechenden Informationen und Berichten.
4. Mangelhafte Krisenfrüherkennung
Gesetzliche Anforderungen (StaRUG) verpflichten Unternehmen zur unterjährigen, granularen Liquiditätsplanung (z. B. Wochenbasis über 12 bis 24 Monate), um Insolvenzrisiken frühzeitig zu erkennen. Fehlende Profile historischer Zahlungsströme erschweren das Erkennen und Quantifizieren dieser Risiken.
5. Hoher administrativer Aufwand
Die permanente manuelle Datenpflege ist mit hohem Aufwand verbunden, ist jedoch in einem dynamischen Umfeld zwingend erforderlich. Die fehlende Synchronisation von Teilplänen (Bilanz, GuV, Cashflow) und den Daten in den ERP- und Banking-Systemen erschwert die Abstimmung, Plausibilisierung und Verbesserung der Liquiditätsplanung.
Liquiditätsplanung und -steuerung mit Agicap
Für eine digitale und effiziente Umsetzung der Liquiditätsplanung und -steuerung in Ihrem Unternehmen empfehlen wir die Software Agicap.
Agicap ist die Treasury-Plattform, die speziell auf die Bedürfnisse kleiner und mittelständischer Unternehmen zugeschnitten ist. Sie vereinfacht Liquiditätssteuerung, Ausgabenmanagement und Finanzplanung – transparent, intuitiv und effizient. Dank der Anbindung Ihrer Banken über die sichersten Banking-Protokolle (z.B. EBICS, Swift, PSD2, SFTP) und der nahtlosen Integration der ERP-Systeme behalten Sie Ihre Finanzlage jederzeit in Echtzeit im Blick und treffen Entscheidungen mit Sicherheit und Klarheit. Dabei bietet Agicap vier Module für das Treasury Management sowie umfangreiche Reporting- und Analyse-Funktionen:

Implementierung/Umsetzung zusammen mit uns
Als zertifizierter Agicap-Partner unterstützen wir Sie bei der Implementierung von Agicap und sorgen dafür, dass die
Software reibungslos in Ihre System- und Prozesslandschaft integriert wird. Unser Implementierungsansatz gliedert sich in die folgenden wesentlichen Schritte:
- Eine fundierte Liquiditätssteuerung beginnt mit belastbaren Daten: Wir analysieren relevante Datenquellen und stellen deren Qualität und Verfügbarkeit für eine laufende, IT-gestützte Liquiditätsplanung sicher.
- Wir definieren und implementieren zusammen mit Ihnen die Prozesse zur effektiven Liquiditätssteuerung im Unternehmen. Die Liquiditätssteuerung wird hierbei von einer reaktiven Betrachtung zu einem proaktiven, vorausschauenden Instrument der Unternehmenssteuerung weiterentwickelt.
- Unsere Experten übernehmen die Implementierung von Agicap und integrieren die Lösung passgenau in Ihre bestehende Systemlandschaft. Dazu richten wir beispielsweise Schnittstellen zu Banking- und ERP-Systemen ein und importieren Ihre Unternehmensplanung und die relevanten Teilpläne in die Treasury-Plattform.
- In Bezug auf unseren Leistungsumfang bieten wir zwei Ansätze an: Im Coaching-Ansatz erfolgt die Implementierung gemeinsam mit Ihren Key-Usern. Durch Training on the Job wird ein maximaler Know-how-Transfer erreicht und die Fachabteilung befähigt, möglichst viel eigenständig umzusetzen. Alternativ übernehmen unsere Agicap-Berater im Full-Scope-Consulting die Implementierung weitgehend selbst, wodurch interne Ressourcen geschont werden. Auf Basis unserer Erfahrung sichern wir die Steuerung und Überwachung der unternehmensweiten Liquidität, eine Minderung des Risikos durch das Entgegenwirken von Liquiditätsengpässen und gewährleisten einen sukzessiven Wissenstransfer.

Fazit
Technologie allein reicht nicht, der richtige Partner macht den Unterschied. Gemeinsam mit Agicap kombinieren wir smarte Software mit persönlicher Beratung. Unsere Experten begleiten Sie bei der Einführung, Integration und täglichen Nutzung und das praxisnah, agil und immer lösungsorientiert. Auch bei der Analyse Ihres Finanzierungsbedarfs und der Optimierung Ihrer Zahlungsströme unterstützen wir Sie gerne.
Weitere Informationen zu Agicap finden Sie auf unserer Website.
