M&A in China: Chancen, Herausforderungen und wichtige Erwägungen
- M&A in China bieten Chancen, erfordern jedoch sorgfältige Planung und Risikokontrolle.
- Lokale Expertise, Netzwerke und Regulierungsknow-how beschleunigen den Markteintritt.
- Regulierung, Compliance, Kultur und Datenschutz bleiben zentrale M&A-Herausforderungen in China.
- Sorgfältige Vorbereitung und klare Verträge helfen, Risiken zu minimieren und Erfolg zu sichern.
Chinas regulatorischer Rahmen, Compliance-Anforderungen und operative Dynamik machen jedes M&A-Projekt zu einer sehr kontextspezifischen Angelegenheit, die anspruchsvoller ist als in vielen westlichen Rechtsordnungen.
Dieser Artikel – Teil 1 der Artikelreihe – gibt einen Überblick über die zentralen Vorteile und potenziellen Herausforderungen, die ausländische Investoren bei M&A-Transaktionen in China berücksichtigen sollten. Teil 2 vergleicht Share Deals und Asset Deals und beleuchtet deren jeweilige Vor- und Nachteile. Teil 3 behandelt schließlich vorbereitende Unterlagen, Due Diligence sowie steuerliche Aspekte von M&A-Transaktionen.
Hinweis: Alle in dieser Serie verwendeten Unternehmensnamen und Beispiele sind fiktiv und dienen ausschließlich zur Veranschaulichung.
Hydro-Wolfs strategische Expansion in den chinesischen Wasserstoffmarkt
Die Hydro-Wolf GmbH („Hydro-Wolf“) ist ein deutscher Hersteller von Anlagen zur Wasserstofferzeugung.
Hydro Wolf hat kürzlich erfahren, dass China entsprechende Produktionsaktivitäten in Westchina, beispielsweise in der Provinz Gansu, fördert. Sollten die Gewinne aus solchen geförderten Geschäften in Gansu mehr als 60 % des gesamten Geschäftsergebnisses ausmachen, würde dies bis zum 31. Dezember 2030 zu einem reduzierten Körperschaftsteuersatz von nur 15 % führen (anstelle der üblichen 25 %).
Auch die niedrigen Energiepreise in China sind attraktiv: Hydro-Wolf schätzt, dass diese niedrigeren Preise die Gewinnmargen für dasselbe Produkt im Vergleich zu Deutschland um mindestens 10 % steigern könnten.
Eine lokale Produktion in China könnte sich bei der öffentlichen Beschaffung als vorteilhaft erweisen, da die jüngsten Maßnahmenentwürfe einen bestimmten Anteil an in China hergestellten Komponenten voraussetzen. Nur wenn der Anteil der in China hergestellten Komponentenkosten den vorgeschriebenen Anteil übersteigt, würde das Produkt bei öffentlichen Ausschreibungen eine Vorzugsbehandlung für „Made in China“-Ausrüstung genießen.
Hydro-Wolf zögert jedoch. Dem Unternehmen fehlt es an Erfahrung auf dem chinesischen Markt. Bislang verfügt es nur über einen chinesischsprachigen Mitarbeiter. Zudem hat es Bedenken hinsichtlich der Investitionskosten und der komplexen regulatorischen Anforderungen im Zusammenhang mit einem Greenfield-Projekt.
Nach einer Marktanalyse hat der Berater von Hydro-Wolf einen potenziellen chinesischen Joint-Venture-Partner in Familienbesitz ausfindig gemacht. Gansu Hydro-Dragon Co., Ltd. („Hydro-Dragon”). Der fast 70-jährige Eigentümer von Hydro-Dragon, Herr Wang, hat noch keinen Nachfolger gefunden. Er wäre bereit, 50 Prozent der Anteile an Hydro-Dragon an Hydro-Wolf zu verkaufen.
In China können Fusionen und Übernahmen (M&A) auf verschiedene Arten erfolgen, beispielsweise durch Anteil- oder Vermögensübertragungen, Fusionen, Spaltungen oder eine Kombination dieser Maßnahmen. Die chinesische Regierung fördert M&A, um verschiedene Branchen umzustrukturieren, die Effizienz zu steigern und das Wirtschaftswachstum zu fördern.
Ausländische Investoren, die M&A-Aktivitäten durchführen möchten, benötigen unter Umständen Genehmigungen, Registrierungen und Lizenzen. Dazu zählen beispielsweise Genehmigungen in Bezug auf das Kartellrecht, auf ausländische Investitionen sowie auf sektor- und transaktionsspezifische regulatorische Anforderungen.
M&A-Transaktion in China muss hinsichtlich ihrer potenziellen Vorteile und Herausforderungen individuell bewertet werden. Hydro-Wolf berücksichtigt dies für das geplante Projekt in Gansu:
Vor- und Nachteile einer M&A-Transaktion für Hydro-Wolf
Rechtliche Rahmenbedingungen
Das regulatorische Umfeld in China ist für Hydro-Wolf komplex und herausfordernd. Der Erwerb einer Beteiligung an Hydro-Dragon mittels eines Anteilskaufs kann dazu beitragen, dieses Umfeld effektiver zu bewältigen. Hydro-Dragon verfügt bereits über die erforderlichen Lizenzen und Compliance-Strukturen für die Produktion von Wasserstoffanlagen.
Marktkenntnis
Hydro-Dragon verfügt über fundierte Kenntnisse des lokalen Marktes, insbesondere in der Provinz Gansu, einschließlich des Kundenverhaltens, der Kundenpräferenzen und kultureller Nuancen. Hydro-Wolf kann von diesem Wissen profitieren.
Etablierte Vertriebs- und Lieferketten
Der Erwerb einer Beteiligung an Hydro-Dragon würde den Zugang zu dessen etablierten Vertriebskanälen und Lieferketten ermöglichen. Dadurch könnte der Zeit- und Kostenaufwand für den Aufbau neuer Netzwerke erheblich reduziert werden, insbesondere im Hinblick auf eine schnelle Markteinführung.
Markenbekanntheit
Hydro-Dragon genießt bereits einen hohen Bekanntheitsgrad und eine hohe Kundenbindung bei verschiedenen staatlichen Kunden. Dies kann genutzt werden, um neue Produkte oder Dienstleistungen effektiver auf den Markt zu bringen. Hydro-Dragon hat außerdem bereits alle relevanten Marken in chinesischer und lateinischer Schrift registriert, was zu einem ausreichenden Maß an Markenschutz in China führt. Für die Einführung der Produkte von Hydro-Wolf auf dem chinesischen Markt würde Hydro-Wolf unverzüglich seine Marken in China selbst anmelden und Hydro-Dragon im Rahmen des Gesamtgeschäfts eine Lizenz gewähren.
Gewinnung und Bindung von Fachkräften
Hydro-Dragon beschäftigt bereits rund 500 qualifizierte Mitarbeiter, die mit dem lokalen Markt bestens vertraut sind. Dies ist insbesondere in Branchen von Bedeutung, in denen spezifische Kenntnisse oder Fachkompetenzen erforderlich sind.
Skaleneffekte
Die Integration von Produkten von Hydro-Wolf in das bestehende Geschäft von Hydro-Dragon ermöglicht es dem Joint Venture, schneller Skaleneffekte zu erzielen. Dadurch können die Stückkosten gesenkt und die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden.
Strategische Ressourcen
Durch die Übernahme erhält Hydro-Wolf Zugang zu den strategischen Vermögenswerten von Hydro-Dragon, darunter Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, Technologien, geistiges Eigentum und wichtige Standorte, deren eigenständige Entwicklung schwierig oder zeitaufwendig wäre.
Schnelle Markteinführung
M&A, insbesondere in Form eines Anteilskaufs, kann den Markteintritt von Hydro-Wolf erheblich beschleunigen. Anstatt eine Präsenz von Grund auf aufzubauen, kann Hydro-Wolf sofort auf der Basis des bereits etablierten Geschäfts von Hydro-Dragon arbeiten.
Beziehungen zur Verwaltung
Hydro-Dragon pflegt enge Beziehungen zu Regierungsbehörden, was bei der Bewältigung behördlicher Prozesse und der Einholung der erforderlichen Genehmigungen, Registrierungen oder Lizenzen vorteilhaft sein kann.
Kulturelle Integration
Hydro-Wolf ist sich bewusst, dass eine reibungslosere kulturelle Integration erfordert, dass das Management und die Mitarbeiter von Hydro-Dragon dazu beitragen, die kulturelle Kluft zwischen Hydro-Wolf und dem lokalen Markt zu überbrücken. Die deutsche Seite ist bereit, einen ihrer Ingenieure für zunächst drei Jahre nach China zu entsenden: Der deutsche Arbeitsvertrag des Ingenieurs mit Hydro-Wolf würde ausgesetzt werden, einschließlich einer Rückkehroption, und er würde vor Ort bei Hydro-Dragon angestellt werden. Gemäß dem chinesisch-deutschen Sozialversicherungsabkommen besteht für den deutschen Ingenieur die Möglichkeit, in der deutschen Renten- und Arbeitslosenversicherung zu verbleiben, während er in China davon befreit ist.
Die strategische Expansion von Hydro-Wolf in den chinesischen Wasserstoffmarkt durch den Erwerb von Anteilen an Hydro-Dragon bietet zahlreiche Vorteile. Dazu gehören eine effektivere Bewältigung des komplexen regulatorischen Umfelds, die Nutzung der Marktexpertise von Hydro-Dragon, der Zugang zu etablierten Vertriebs- und Lieferketten sowie die Vorteile einer starken Markenbekanntheit und Kundenbindung. Darüber hinaus kann Hydro-Wolf lokale Talente gewinnen und binden, Skaleneffekte erzielen, Zugang zu strategischen Vermögenswerten erhalten, den Markteintritt beschleunigen und die Beziehungen von Hydro-Dragon zu Behörden sowie dessen Fähigkeiten zur kulturellen Integration nutzen.
M&A-bezogene Herausforderungen für Hydro-Wolf
Trotz dieser bedeutenden Vorteile muss Hydro-Wolf auch die potenziellen Herausforderungen berücksichtigen, die mit M&A-Transaktionen in China verbunden sind. Zu den Herausforderungen zählen die Bewältigung der komplexen behördlichen Aufsicht, die Einhaltung von Beschränkungen für ausländische Investitionen sowie die Bewältigung von Kartell- und Wettbewerbsfragen.
Im Rahmen der Vorbereitung des Anteilskaufs hat Hydro-Wolf wesentliche potenzielle Herausforderungen identifiziert, die sich aus dem regulatorischen Umfeld, den kulturellen Unterschieden und der Marktdynamik des Landes ergeben. Nachfolgend werden wir detailliert auf diese Herausforderungen eingehen, um ein umfassendes Verständnis der potenziellen Hürden zu vermitteln, denen Hydro-Wolf bei seiner Expansion in den chinesischen Markt begegnen könnte.
Behördliche Überwachung
China verfügt über einen komplexen Rechtsrahmen, und M&A-Transaktionen können die Beteiligung einer oder mehrerer Regierungsbehörden erfordern. In der Regel ist eine Registrierung bei der staatlichen Marktaufsichtsbehörde (SAMR) erforderlich. In besonderen Fällen kann auch eine Beteiligung der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) und des Handelsministeriums (MOFCOM) notwendig sein. Hydro-Wolf ist jedoch zuversichtlich, dass die bestehenden Beziehungen von Hydro-Dragon bei den behördlichen Verfahren hilfreich sein werden.
Beschränkungen für ausländische Investitionen
China verfügt über eine sogenannte Negativliste für den Marktzugang ausländischer Investitionen (Ausgabe 2024, gültig seit dem 1. November 2024). In einigen Sektoren, beispielsweise in der Landwirtschaft, im Bergbau, im Transportwesen und in der Telekommunikation, gibt es spezifische Vorschriften, die die Möglichkeit einer ausländischen Beteiligung einschränken. Die gute Nachricht für Hydro-Wolf ist, dass alle Produktionsaktivitäten aus der Negativliste gestrichen wurden. Das bedeutet, dass es keine Beschränkungen für das geplante Geschäft mit Hydro-Dragon gibt.
Devisenkontrolle
M&A-Transaktionen mit ausländischen Investoren müssen die chinesischen Devisenkontrollvorschriften einhalten. Hydro-Wolf lässt sich beraten, wie die Transaktion am besten strukturiert werden kann, um die damit verbundenen grenzüberschreitenden Zahlungen zu erleichtern und die Einhaltung der Steuervorschriften sicherzustellen.
Kartell- und Wettbewerbsrecht
Das Kartellrecht in China ist streng und Transaktionen, die zu Monopolen führen oder den Wettbewerb behindern könnten, werden sorgfältig geprüft. Hydro-Dragon und Hydro-Wolf haben durch ihre Rechtsberater gemeinsam bestätigen lassen, dass eine Anmeldung zur Fusionskontrolle nicht erforderlich ist.
Datenschutz und Datensicherheit
Die jüngsten gesetzlichen Entwicklungen in China haben in Verbindung mit den Vorschriften für den grenzüberschreitenden Datentransfer strenge Anforderungen an die Verarbeitung, Speicherung und Übertragung von Daten festgelegt. Dies kann daher zu einem höheren Aufwand und Schwierigkeiten bei grenzüberschreitenden M&A-Transaktionen führen. Da viele Kunden von Hydro-Dragon staatliche Energieunternehmen sind, könnten besondere Vorschriften in Bezug auf „Betreiber kritischer Informationsinfrastrukturen“ und „wichtige Daten“ zu erheblichen rechtlichen Komplexitäten und Kosten führen. Die Joint-Venture-Partner haben frühzeitig beschlossen, die relevanten Daten innerhalb Chinas zu speichern.
Kulturelle Unterschiede
Beide Seiten haben Bedenken hinsichtlich der Unterschiede in der Unternehmenskultur, im Kommunikationsstil sowie in den Entscheidungsprozessen. Dies könnte zu Missverständnissen und Integrationsproblemen führen. Sie haben jedoch einen Plan für die Integration von Managementteams mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund entwickelt. Gleichzeitig sind sie optimistisch, Hydro-Dragons „China Speed“ mit dem Fokus von Hydro-Wolf auf vorausschauende Planung zu kombinieren.
Bewertung und Erwartungen
Beide Seiten wollen die Risiken reduzieren, die beispielsweise durch unterschiedliche Bewertungsmethoden und Erwartungen zwischen chinesischen und ausländischen Unternehmen entstehen können. Hydro-Wolf und Herr Wang sind in mehreren Schritten an die Transaktion herangegangen und haben dabei darauf geachtet, alle wichtigen Fragen so früh wie möglich zu klären. Durch die Verhandlungen über eine erste Rahmenvereinbarung inklusive Preisklauseln bis hin zum endgültigen Anteilskaufvertrag (SPA) und dem dazugehörigen Vertragspaket haben sich die Partner besser kennengelernt. Alle Verträge sollen gleichzeitig unterzeichnet werden.
Lokaler Wettbewerb
Die chinesischen Märkte zeichnen sich durch ein hohes Maß an Wettbewerbsfähigkeit aus. Der deutschen Seite ist bewusst, dass die Übernahme eines Unternehmens keine Erfolgsgarantie ist, wenn die Dynamik des lokalen Marktes nicht bekannt ist. Dies ist einer der Gründe, warum zunächst nur 50 % der Anteile an Hydro-Dragon erworben werden. Dies ist verbunden mit verschiedenen vertraglichen Anreizen, um die weitere Unterstützung von Herrn Wang für einen bestimmten Zeitraum nach Abschluss der Transaktion sicherzustellen. Hydro-Wolf hat jedoch eine Option ausgehandelt, um zu einem späteren Zeitpunkt auch die restlichen 50 Prozent der Anteile zu erwerben.
Politische Risiken
Die chinesische Regierung kann in bestimmten Fällen in M&A-Transaktionen eingreifen, insbesondere wenn strategische Branchen oder staatliche Unternehmen (SOEs) betroffen sind. Zudem können sich die zunehmenden geopolitischen Spannungen zwischen China und anderen Ländern auf grenzüberschreitende M&A-Transaktionen auswirken und möglicherweise zu einer verstärkten Prüfung oder sogar zur Blockierung von Transaktionen führen. In dieser Hinsicht sind Hydro-Wolf und sein chinesischer Partner jedoch zuversichtlich, da das Projekt in Westchina den Status „gefördert“ hat.
Due Diligence
Um detaillierte und transparente Finanz- und Geschäftsinformationen zu erhalten, hat die deutsche Seite in Zusammenarbeit mit Rödl China eine angemessene rechtliche, steuerliche, finanzielle und umweltbezogene Due-Diligence-Prüfung durchgeführt. Dabei wurde das Interesse an Transparenz gegen die damit verbundenen Kosten abgewogen. Ein Großteil der Arbeit wurde in virtuellen Datenräumen und im Rahmen von Online-Meetings erledigt, dennoch waren für das Projekt Reisen zum Zielort in Gansu erforderlich.
Intellectual Property (IP)
Hydro-Wolf ist sich der Tatsache bewusst, dass der Schutz geistigen Eigentums in China oft eine Herausforderung darstellen kann. Im Rahmen der Due-Diligence-Prüfung hat das IP-Team eine gründliche Untersuchung der betroffenen Rechte an geistigem Eigentum und der potenziellen Risiken durchgeführt. Dazu gehörte auch das gesamte IP-Portfolio des Zielunternehmens, das Patente, Marken und Urheberrechte umfasst. Das Vertragspaket enthält die erforderlichen IP-Klauseln und -Vereinbarungen.
Arbeitsverhältnisse
M&A-Transaktionen können eine Reihe von arbeitsrechtlichen Fragen aufwerfen, insbesondere im Falle einer „Übertragung” von Mitarbeitern im Rahmen eines Asset Deals (Kernfrage: Wie ist mit Abfindungsansprüchen der übertragenen Mitarbeiter und mit Änderungen der Arbeitsbedingungen umzugehen?) Im Falle eines Share Deals mit Hydro-Dragon verbleiben alle Mitarbeiter im Zielunternehmen, und die bestehenden Arbeitsverhältnisse müssen nicht angetastet werden.
Compliance und Haftung
China hat ein umfassendes Compliance-System entwickelt. Neben dem Verbot jeglicher Form von Korruption ist Compliance in allen anderen Bereichen der Geschäftstätigkeit von entscheidender Bedeutung. Derzeit arbeitet China zudem an der Entwicklung eines ESG-Berichterstattungssystems, das bis 2030 umgesetzt werden soll. Compliance ist insbesondere in Bereichen wie allgemeiner Unternehmensführung, Datenschutz und Cybersicherheit, Beschäftigung, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Produktsicherheit, Sozialversicherung, Steuern und Finanzen, Regulierung, Umwelt, geistigem Eigentum, Handels- und Exportkontrolle sowie Wettbewerb und Kartellrecht von Bedeutung. Um sich vor versteckten Risiken zu schützen, hat Hydro-Wolf seine Berater damit beauftragt, diese Aspekte im Rahmen der Due Diligence zu untersuchen. So sollen das Risiko unerwarteter Strafen, Haftungsansprüche, Reputationsschäden und anderweitiger Schäden verringert werden.
Integration
Hydro-Wolf ist sich der Herausforderungen bewusst, die sich aus der Integration von Abläufen, Systemen und Prozessen ergeben können, insbesondere im Hinblick auf Unterschiede in Technologie, Lieferketten und Geschäftspraktiken. Dies gilt auch für Mitarbeiter in Schlüsselpositionen. Die Bindung wichtiger Mitarbeiter sowie die kulturelle Integration sind von entscheidender Bedeutung, da eine hohe Fluktuation den Erfolg der Übernahme gefährden kann.
Return on Investment, Rückzug
Die wirtschaftliche und marktbezogene Volatilität kann sich auf die Bewertung des erworbenen Unternehmens auswirken und somit auch die angestrebte Kapitalrendite von Hydro-Wolf beeinflussen. Ein Ausstieg aus Investitionen in China kann aufgrund regulatorischer Beschränkungen, Kapitalkontrollen und begrenzter Veräußerungsmöglichkeiten schwierig sein. Aus diesem Grund hat Hydro-Wolf viel Zeit in die Ausarbeitung eines umfassenden Anteilskaufvertrags (SPA), eines detaillierten Joint-Venture-Vertrags und einer neuen Satzung investiert, in denen alle relevanten Rechte und Pflichten nach Abschluss der Transaktion geregelt sind.
Streitbeilegung
Streitigkeiten, die sich aus M&A-Transaktionen ergeben, sind häufig durch komplexe rechtliche Sachverhalte gekennzeichnet. Aufgrund fehlender bilateraler Vollstreckungsabkommen folgt Hydro-Wolf der bewährten Praxis und vereinbart das Schiedsverfahren als Streitbeilegungsmechanismus.
Zusammenfassung und Ausblick
M&A-Transaktionen in China können durch einen schnelleren Marktzugang, etablierte Netzwerke, Bestehen regulierungsrechtlicher Voraussetzungen und den Zugang zu qualifizierten Fachkräften einen erheblichen strategischen Wert bieten. Gleichzeitig müssen Investoren komplexe regulatorische Anforderungen, kulturelle Unterschiede, Daten- und Cybersicherheitsvorschriften sowie potenzielle Compliance-Risiken bewältigen. Eine gründliche Vorbereitung, eine realistische Risikobewertung und starke vertragliche Absicherungen können viele dieser Herausforderungen erheblich reduzieren, sodass ein strukturierter und erfolgreicher Markteintritt möglich wird.
Im Teil 2 vergleichen wir Share Deals und Asset Deals in China und skizzieren ihre jeweiligen Vorteile, Risiken und regulatorischen Implikationen. So können Investoren die optimale Transaktionsstruktur für ihre China-Strategie identifizieren.