Veröffentlicht am 6. Mai 2026
Lesedauer ca. 2 Minuten

RÖDL beim Deutschen Nahverkehrstag 2026 in Koblenz – Drei Impulse zu Organisation, Finanzierung und Mobilitätsdaten im ÖPNV

  • VSN-Umstrukturierung, Finanzierungsprobleme und Mobilitätsdaten im ÖPNV im Fokus
  • Reformbedarf bei Verbünden, Finanzierungslücken und Datenumsetzung im Nahverkehr
  • Praxisberichte zu Verbundumbau, Investitionslücken und Nutzung von Mobilitätsdaten
Jörg Niemann
Partner
Diplom-Jurist
Nicklas Schäfer
Senior Associate
Consultant, Rechtsanwalt
Ricarda Bans
Senior Associate
Rechtsanwältin
Der öffentliche Personennahverkehr steht weiterhin vor grundlegenden strukturellen, finanziellen und regulatorischen Herausforderungen. Wir bringen uns beim Deutschen Nahverkehrstag 2026 mit drei Fachbeiträgen ein, die zentrale Zukunftsfragen des ÖPNV aus rechtlicher, organisatorischer und finanzpolitischer Perspektive beleuchten.

1. Ein Verbund im Wandel – Vom Unternehmens- zum Aufgabenträgerverbund

Gemeinsam mit der Stadt Göttingen und dem Zweckverband Verkehrsverbund Süd‑Niedersachsen (ZVSN) stellen wir den Transformationsprozess des Verkehrsverbunds Süd‑Niedersachsen (VSN) vor. Der VSN hat sich innerhalb eines Jahres von einem historisch gewachsenen Unternehmensverbund zu einem modernen Aufgabenträgerverbund weiterentwickelt.

Der Beitrag fokussiert insbesondere:

  • den strukturierten Prozess der Übernahme der Geschäftsanteile von 14 Verkehrsunternehmen durch die Aufgabenträger,
  • die neue Organisations- und Governance‑Struktur mit klar gebündelter operativer Steuerung, Verantwortung und Finanzierung,
  • sowie die Sicherstellung eines durchgängigen Bus‑/Bahn‑Tarifs durch die fortlaufende Einbindung von LNVG und NVV.

Der Vortrag bietet einen praxisnahen Einblick, wie regionale ÖPNV‑Strukturen im Zuge der SPNV‑Regionalisierung zukunftsfest neu ausgerichtet werden können, und zeigt übertragbare Leitlinien für vergleichbare Verbund‑ und Strukturprojekte auf.

2. ÖPNV Finanzierung am Scheideweg – Woher kommt das Geld für Investitionen?

Der zweite Beitrag widmet sich der derzeit zentralen Frage der ÖPNV‑Finanzierung. Zwar werden auf Bundesebene Reform‑ und Modernisierungsansätze diskutiert, konkrete und belastbare Finanzierungsperspektiven bleiben jedoch vielfach offen.

Im Mittelpunkt stehen:

  • die haushaltsrechtlichen Begrenzungen durch Schuldenbremse und Maastricht‑Kriterien,
  • die daraus resultierenden Risiken für Investitionen, Angebotsausweitungen und Innovationsprojekte,
  • sowie mögliche Reformansätze zur langfristigen Mittelbeschaffung, insbesondere durch die strukturierte Einbindung privaten Kapitals.

Die vorgestellten Eckpunkte wurden im Rahmen eines branchenübergreifenden Dialogforums erarbeitet und werden im Impulsreferat vorgestellt und mit den Teilnehmenden vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen diskutiert.

3. Mobilitätsdaten – Gut gedacht, aber weit gekommen?

Seit der Novelle des Personenbeförderungsgesetzes im Jahr 2021 bestehen weitgehende Pflichten zur Bereitstellung und Weitergabe von Mobilitätsdaten. Der dritte Beitrag zieht eine Zwischenbilanz zur bisherigen Umsetzung und Wirkung dieser Regelungen.

Behandelt werden:

  • der aktuelle rechtliche Rahmen nach PBefG und Mobilitätsdatenverordnung (MDV),
  • die Diskrepanz zwischen den gesetzgeberischen Zielen (Kontrolle, Innovation, multimodale Angebote) und der bisherigen Marktrealität,
  • sowie technische, datenschutzrechtliche und wettbewerbliche Herausforderungen.

Abschließend werden mögliche Weiterentwicklungen auf nationaler und europäischer Ebene skizziert, um den praktischen Nutzen vorhandener Mobilitätsdaten künftig besser zu erschließen.

Bedeutung für die Praxis

Alle drei Beiträge verbinden fundierte rechtliche und finanzielle Analyse mit konkreten Erfahrungen aus realen Transformations‑ und Strukturprojekten. Sie richten sich an Entscheidungsträger in Kommunen, Aufgabenträger, Verbünde und Verkehrsunternehmen und bieten wertvolle Impulse für die eigene Praxis.

Wir freuen uns auf einen konstruktiven Dialog.

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