Veröffentlicht am 2. Juli 2025
Lesedauer ca. 2 Minuten

Singapur – Im Gespräch mit unserem Länderexperten Dr. Paul Weingarten

Dr. Paul Weingarten
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Im „World Competitiveness Ranking 2024“ des International Institute for Management Development (IMD) belegt Singapur den ersten Platz und liegt damit um drei Plätze weiter vorne als im Jahr zuvor. Deutschland fiel im Vergleich von Platz 22 auf 24 zurück.

Wie würden Sie das Investitionsklima in Singapur beschreiben? Welche Branchen bergen großes Potenzial?

Im „World Competitiveness Ranking 2024“ des International Institute for Management Development (IMD) belegt Singapur den ersten Platz und liegt damit um drei Plätze weiter vorne als im Jahr zuvor. Deutschland fiel im Vergleich von Platz 22 auf 24 zurück.

2023 beherbergte Singapur rund 4.200 regionale Hauptquartiere multinationaler Unternehmen. Das günstige Investitionsumfeld basiert auf einem stabilen politischen System, einer exzellenten Infrastruktur, guter globaler Anbindung sowie einem leistungsfähigen Bildungssystem. Im regionalen Vergleich hebt sich Singapur insbesondere durch ausgeprägte Rechtsstaatlichkeit und einer konsequenten Politik zur Bekämpfung von Korruption und Geldwäsche ab. Im Korruptionswahrnehmungsindex 2024 von Transparency International belegt Singapur Platz 3 von 180 Staaten.

Zu den besonders zukunftsträchtigen Branchen, die von der Regierung im Rahmen ihrer Innovations- und Wachstumsstrategie gefördert werden, zählen:

Hightech-Industrie, z.B. Feinmechanik, Elektronik, Chemie, Halbleiter und Robotik Gesundheitswesen und Biomedizin, z.B. Medizintechnik und Pharmaindustrie Stadtplanung und -entwicklung (einschließlich Umwelt- und grüne Technologien) Logistik, Verkehrstechnik und Luft- und Raumfahrttechnik Regionale und globale Finanzdienstleistungen (einschließlich Finanztechnologien) Forschung, Entwicklung und Bildung Innovation und digitale Lösungen, z.B. durch Singapurs „National Artificial Intelligence Strategy 2.0“

​Durch die Verlagerung der industriellen Basis hin zu höherwertigen Wertschöpfungstätigkeiten will der Stadtstaat seine Position als führender Industriestandort festigen. Das hervorragende Produktions- und Dienstleistungsökosystem begünstigt nicht nur den Aufbau von Fertigungsanlagen, sondern auch die Ansiedlung regionaler Steuerungsfunktionen, R&D-Zentren und Supply-Chain-Management-Strukturen, um die ASEAN-Region effizient zu bedienen.

Singapur ist weltweit der fünftgrößte Exporteur von High-Tech-Gütern. Wachstumspotenziale bestehen insbesondere im Bereich IT-Dienstleistungen und -Technologien (einschließlich Cybersicherheit, Datenzentren, Finanztechnologie und Cloud-Infrastrukturen) sowie im Ausbau erneuerbarer Energien und grüner Technologien. Pharmazeutische und Biotechnologie- Unternehmen profitieren vom Talentpool und dem R&D-Ökosystem in Singapur. Singapur entwickelt sich zunehmend zu einem regionalen Zentrum für biomedizinische Forschung und Produktion.

Aktuell wird mit der neuen Sonderwirtschaftszone Johor-Singapur (JS-SEZ) eine grenzüberschreitende Wirtschaftszone zwischen Singapur und der Region Johor in Malaysia geschaffen, die zahlreiche Geschäftsmöglichkeiten bietet. Insgesamt sollen neun Vorzeigezonen für elf Wirtschaftszweige eingerichtet werden, darunter für verarbeitendes Gewerbe, Tourismus, Finanzdienstleistungen und Gesundheitswesen. Die JS-SEZ soll komplementäre Standortvorteile für Unternehmen kombinieren: Singapur als globaler Finanzstandort und Talentpool mit einem verlässlichen regulatorischen Rahmen und Innovationsanreizen sowie Johor als Produktions- und Lagerstandort mit niedrigeren Kosten und mehr Platz.​