Übersicht der Wasserpreise in Baden-Württemberg 2026 veröffentlicht
- Wasserpreise 2026 erneut gestiegen, regionale Differenzen bleiben signifikant.
- Durchschnittspreis erreicht 3,65 €/m³; auffällige Tarife geraten in den Prüfungsfokus.
- Zeitreihe zeigt beschleunigten Preisanstieg seit 2021 und weiteren Aufwärtsdruck.
Übersicht 2026
Die Wasserpreisübersicht 2026 basiert auf der Erhebung der Trinkwasserpreise von 83 privatrechtlich tätigen Wasserversorgern in Baden-Württemberg, die der kartellrechtlichen Aufsicht unterliegen.
Für einen repräsentativen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 150 Kubikmetern werden durchschnittliche Jahreskosten von 548,29 Euro (brutto) ermittelt, was einem Durchschnittspreis von 3,65 Euro pro Kubikmeter entspricht.
Auffällig bleibt auch 2026 die breite Preisspanne zwischen den günstigsten und teuersten Wasserversorgern. Während einige Unternehmen den Referenzhaushalt für knapp über 400 Euro pro Jahr versorgen, liegen andere Versorger mehr als 300 Euro darüber.
Zielsetzung
Die Wasserpreisübersicht der Landeskartellbehörde verfolgt primär das Ziel, Auffälligkeiten und mögliche kartellrechtliche Fragestellungen zu identifizieren. Versorger mit besonders hohen Preisen oder deutlichen Preissteigerungen geraten dabei verstärkt in den Fokus und müssen gegebenenfalls mit einer Anhörung rechnen.
Zu beachten ist, dass strukturelle Faktoren die Wasserpreishöhe mitbestimmen, die vom Versorger allerdings nicht beeinflussbar sind, z.B. topografische Gegebenheiten und Siedlungsstruktur, Art und Entfernung der Wassergewinnung (Eigengewinnung vs. Fernwasserversorgung), Einwohnerdichte und Abgabemengen sowie historische Investitionsentscheidungen.
Der Wasserpreisvergleich leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Transparenz – ersetzt jedoch keine differenzierte Betrachtung der strukturellen Rahmenbedingungen. Für eine belastbare Bewertung sind weitergehende Kennzahlenvergleiche erforderlich, die etwa Strukturmerkmale und einen Blick auf Leistungsmerkmale berücksichtigen.
Zeitreihenanalyse
Unser Zeitreihenvergleich zeigt, dass der mittlere Preisanstieg gegenüber dem Jahr 2025 bei rund 6,3 % lag. Auffällig dabei ist, dass die günstigsten Versorger ihre Preise angepasst seit 2009 deutlicher angepasst haben als die mit überdurchschnittlichen Preisen. Außerdem zeigt sich eine zunehmende Dynamik seit 2021.
Während 22 Versorger gegenüber dem Vorjahr ihre Wasserpreise unverändert gelassen haben, lag der Spitzenreiter bei einer Preissteigerung von knapp 52 % gegenüber dem Vorjahr.
Jahreskosten (brutto) eines 4-Personen-Haushalts
(bei einem Verbrauch von 150 m³/Jahr)

Ausblick
Der Auftrieb bei den Wasserpreisen dürfte angesichts der Kostensteigerungen, denen die Versorger ausgesetzt sind, weiter anhalten. Daher sollten die Versorger auch Ihre Preise regelmäßig auf den Prüfstand stellen, um die Auskömmlichkeit der Wasserentgelte zu hinterfragen und dauerhaft die Grundlagen einer technisch einwandfreien Wasserversorgung sicherzustellen.
Bei Fragen hierzu stehen wir Ihnen selbstverständlich jederzeit gerne zur Verfügung!
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