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dr hab. / dr Marcin Jamroży

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Sonderwirtschaftszonen – Tätigkeitsvorteile

Die Befreiung von der Körperschaftsteuer und der Immobiliensteuer sowie die Zugänglichkeit attraktiver Grundstücke für eine Gewerbetätigkeit sind nur einige der Investitionsanreize in den Sonderwirtschaftszonen in Polen. Daher lohnt es sich, den Vorteilen einer Tätigkeit in den SWZ etwas Aufmerksamkeit zu schenken, insbesondere vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Regierung neulich einen Beschluss über die Verlängerung des Weiterbestehens der Zonen gefasst hat.

Was ist eine Sonderwirtschaftszonen (SWZ)?

Eine Sonderwirtschaftszonen (SWZ) ist ein ausgegliedertes, nicht bewohntes Gebiet Polens, auf dem eine Gewerbetätigkeit unter den Bedingungen ausgeübt werden kann, die im Gesetz über Sonderwirtschaftszonen vom 20.10.1994 (Dz.U. [poln. GBl.] aus dem Jahre 2007, Nr. 42, Einheitstext Pos. 274) bestimmt sind. Die SWZ werden errichtet, um die wirtschaftliche Entwicklung zu beschleunigen, insbesondere durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie die Entwicklung bestimmter Geschäftsfelder und des Exports.

Zurzeit bestehen in Polen 14 Sonderwirtschaftszonen (SWZ). Die 1995 errichtete SWZ EURO-PARK MIELEC ist die älteste SWZ, die jüngste wurde 1998 in Krakau errichtet. Ursprünglich wurden die SWZ auf eine Dauer von 20 Jahren angelegt.  2008 wurde die Dauer aller Zonen bis zum 31.12.2020 verlängert, und im laufenden Jahr beschloss der Ministerrat, diesen Zeitraum um weitere 6 Jahre zu verlängern (bis 2026). Das längere Weiterbestehen der SWZ ist für diejenigen Investoren von besonderer Bedeutung, die Projekte in Sektoren mit geringer Rendite umsetzen (wie z.B. die Automobilbranche) und die sich nicht für den Bau von Betrieben in Polen entscheiden würden, wenn die SWZ nur bis 2020 bestehen blieben.

Was sind die Vorteile?

Der grundsätzliche Vorteil bei den SWZ besteht in der  Körperschaftsteuerbefreiung von Einnahmen, die aus der Gewerbetätigkeit in der Zone erzielt wurden. Die Unternehmer, die ihre Investitionen in der SWZ durchführen, können eine staatliche Beihilfe in Anspruch nehmen, die in Form der Steuerbefreiung gewährt wird, und zwar für: die Kosten einer neuen Investition oder die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Die Höhe der Beihilfe hängt von der maximalen zulässigen Unterstützung für dasjenige Gebiet, in dem die Investition getätigt wurde, sowie von der Höhe der beihilfefähigen Ausgaben ab. Die maximale zulässige Unterstützung bei Investitionen in den Woiwodschaften Lubelskie, Podkarpackie, Warmińsko-Mazurskie, Podlaskie, Opolskie, Świętokrzyskie, Małopolskie, Lubuskie, Łódzkie und Kujawsko-Pomorskie beträgt 50%, und in den übrigen Woiwodschaften – 40%. Eine Ausnahme ist Warschau, wo die Obergrenze 30% beträgt. Darüber hinaus wird die Beihilfe für Kleinunternehmen um 20 Prozentpunkte erhöht, und bei mittelständischen – um 10 Prozentpunkte. Das gilt nicht für die Unternehmern aus der Transportbranche.

Ein zusätzlicher Anreiz für die Aufnahme einer Tätigkeit in der SWZ ist die Befreiung von der Immobiliensteuer, die dem Unternehmen gemäß einer der nachstehenden Regelungen gewährt werden kann. Die erste ist Art. 10 Abs. 1 des Gesetzes über die Änderung des Gesetzes über die Sonderwirtschaftszonen und einiger anderer Gesetze vom 02.10.2003 (Dz. U. aus dem Jahre 2003, Nr. 188, Pos. 1840). Die Begünstigten der aufgrund dieses Gesetzes gewährten Beihilfe sind nur Großunternehmen, die ihre Tätigkeit aufgrund einer vor dem 01.01.2001 erteilten Genehmigung ausüben. Eine weitergehende Anwendung kann die Befreiung von der Immobiliensteuer aufgrund Art. 7 Abs. 3 des Gesetzes über kommunale Steuern und Gebühren vom 12.01.1991 (Einheitstext Dz. U. aus dem Jahre 2010, Nr. 95, Pos. 613) finden, gemäß dem der Gemeinderat im Wege eines Beschlusses andere objektbezogene Befreiungen als die in diesem Gesetz und in dem obigen Gesetz über die Änderung des Gesetzes über SWZ und einiger andere Gesetze genannten einführen kann.

Eine weitere Stärke der SWZ besteht darin, dass den Unternehmen attraktive, erschlossene Grundstücke samt der notwendigen Infrastrukturfür eine Gewerbetätigkeit zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus können die bereits in den SWZ vorhandenen Immobilien gekauft oder gemietet werden (darunter auch die Büroflächen für Shared Services Centres, F&E-Zentren oder Call Centres). In einigen SWZ können Projekte im Rahmen von BTS (built to suit) abgewickelt und dann geleastwerden.

Nicht zu vergessen sind auch die administrative Unterstützung seitens der Verwaltungsgesellschaften der SWZ bei rechtlichen und organisatorischen Fragen im Zusammenhang mit Investitionen (Versorgungsunternehmen, kommunale Behörden usw.) sowie die sog. Nachinvestitionsbetreuung.

Sonderwirtschaftszonen in Polen

SWZ Woiwodschaften Fläche (ha)
Kamiennogórska SWZ für Kleinunternehmen dolnośląskie, wielkopolskie 367,14
Katowicka SWZ śląskie, małopolskie, opolskie 2004,83
Kostrzyńsko-słubicka SWZ lubuskie, zachodniopomorskie, wielkopolskie 1454,47
Krakowski Park Technologiczny (Krakauer Technologiepark) małopolskie, podkarpackie 558,72
Legnicka SWZ dolnośląskie 1059,26
Łódzka SWZ łódzkie, wielkopolskie, mazowieckie 1276,63
SWZ Euro-Park Mielec podkarpackie, małopolskie, lubelskie, zachodniopomorskie 1246,00
Pomorska SWZ pomorskie, kujawsko-pomorskie, zachodniopomorskie, wielkopolskie 1323,23
Słupska SWZ pomorskie, zachodniopomorskie, wielkopolskie 824,35
SWZ Starachowice świętokrzyskie, mazowieckie, opolskie, łódzkie, lubelskie 612,91
Suwalska SWZ podlaskie, warmińsko-mazurskie, mazowieckie 342,77
Tarnobrzeska SWZ Euro-Park Wisłosan podkarpackie, mazowieckie, świętokrzyskie, lubelskie, dolnośląskie 1632,31
Wałbrzyska SWZ dolnośląskie, opolskie, wielkopolskie, lubuskie 2212,23
Warmińsko-Mazurska SWZ warmińsko-mazurskie, mazowieckie 914,51

Womit ist zu beginnen?

Vor der Aufnahme der Gewerbetätigkeit in einer Sonderwirtschaftszonen ist eine Genehmigung, die im Namen des Wirtschaftsministers durch die Verwaltungsgesellschaft der Zone erteilt wird, einzuholen. In der Genehmigung werden u.a. der Unternehmensgegenstand, die Mindestbeschäftigung und die minimalen Investitionsaufwendungen bestimmt. In den Sonderwirtschaftszonen können zu denselben Grundsätzen sowohl in- als auch ausländische Unternehmen investieren.

Wir empfehlen Ihnen das Fernsehprogramm "Blajer mówi: Biznes" bei TVN CNBC, in dem Dr. Marcin Jamroży über steuerliche Aspekte einer Tätigkeit in der Sonderwirtschaftszone spricht.

Sollten Sie an dieser Thematik interessiert sein, so beantworten wir Ihnen gerne weitere Fragen oder werden Ihnen eine Steuerberatung in Polen anbieten.

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